{"corpus":"steiner","locus":"GA 114/1909-09-26/p051","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es gehört ein tieferes Verständnis dazu, als es heute vorhanden ist, um richtig aufzufassen, was damals auf Golgatha geschehen ist. Dasjenige, woran das menschliche Ich physisch gehängt wurde, als die Erdenentwickelung begann, das ist das Blut. Das Blut ist der äußere Ausdruck des menschlichen Ich. Die Menschen würden ihr Ich immer stärker und stärker gemacht haben und ohne die Erscheinung des Christus in eine Entwickelung des Egoismus hineingekommen sein. Davor wurden sie bewahrt durch das Ereignis von Golgatha. Was mußte fließen? Dasjenige, was das überschüssige Substantielle des Ich ist, das Blut mußte ausfließen. Was damit begonnen hat, als auf dem Ölberge die Schweißtropfen von dem Erlöser wie Blutstropfen herunterrannen, das mußte fortgesetzt werden, indem aus den Wunden des Christus Jesus auf Golgatha das Blut floß. Was damals als Blut geflossen ist, das ist das Zeichen für das, was als das Überschüssige des Egoismus in der Menschennatur hingeopfert werden mußte. Daher müssen wir tiefer eindringen in die spirituelle Bedeutung des Opfers auf Golgatha. Was auf Golgatha geschah, das ist nicht für den Chemiker - als den Menschen mit dem nur äußeren intellektuellen Blick - durchsichtig. Wenn jemand das Blut, das auf Golgatha geflossen ist, chemisch untersucht haben würde, so würde er dasselbe an Stoffen gefunden haben, was er in dem Blute von anderen Menschen finden würde. Wer aber dieses Blut mit den Mitteln der okkulten Forschung untersucht, der findet, daß es in der Tat ein anderes Blut ist. Es ist das überschüssige Blut der Menschheit, durch welches die Menschen in Egoismus hätten verkommen müssen, wenn nicht die unendliche Liebe gekommen wäre und dieses Blut hätte fließen können. Die unendliche Liebe ist beigemischt dem Blute, das auf Golgatha geflossen ist, und der okkulte Forscher findet diese unendliche Liebe, wie sie das Blut auf Golgatha ganz durchdringt. Und weil der Schreiber des Lukas-Evangeliums insbesondere schildern wollte, wie die unendliche Liebe durch den Christus in die Welt gekommen ist, die den Egoismus allmählich herauszutreiben hat, so bleibt er in dieser Rolle. Ein jeder Evangelist schildert das, was er nach seiner besonderen Rolle gerade schildern muß.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1909-09-26","location":null,"word_count":341,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/114/1909-09-26/p051","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/114/1909-09-26/p051"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/114/1909-09-26/p051","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}