Vierter Vortrag

GA 115/1909-10-27/p034 ·1909-10-27 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Da konnte er natürlich nicht in derselben Richtung weitergehen. Da mußte er so gehen, daß jetzt bei der gleichen Strömung die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen wurde. Warum denn? Wir haben ja gesehen, was da eigentlich geschieht, wenn die Vorstellung aus dem Lautsinn entsteht . Wir haben gesehen, wie aus der Melodie der Laut entsteht, wenn man die Melodie zur Harmonie macht, dann von den Grundtönen absieht und nur das System der Obertöne auffaßt. Dann mußte man, um den Vorstellungssinn zu entwickeln, aus der Sprache dasjenige, was man nach der einen Seite ausgebildet hatte, nach der andern Seite hin weglassen. Der Mensch mußte umkehren, nachdem er sprechen gelernt hatte. Er mußte von der Atlantis nach Osten ziehen, um an der gelernten Sprache weiter zu entwickeln den Vorstellungssinn. Und hier haben Sie den Sinn des Zuges, den Ihnen die Geisteswissenschaft zeigt, indem sie sagt, daß die alten Atlantier, die dazu reif waren, aufgebrochen sind, um von dem Westen wieder nach dem Osten hinüberzuwandern. Dadurch haben sie in fruchtbarer Weise den Vorstellungssinn entwickeln können. Dann aber würde ja wiederum daraus folgen, daß die Menschen, wenn sie in der entgegengesetzten Richtung, das heißt, nach dem Westen, gezogen wären, keinen Vorstellungssinn in fruchtbringender Weise hätten entwickeln können. Es sind damals auch Menschen in der entgegengesetzten Richtung gezogen: das sind die Ureinwohner Amerikas. Warum haben sie sich nicht halten können? Warum mußte das, was im Osten gelernt worden war, später zu ihnen hinübergetragen werden? Weil sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren. Das ist das kosmische Schicksal der Ureinwohner Amerikas, daß sie in der entgegengesetzten Richtung gezogen waren.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/115/1909-10-27/p034.json
Cite: GA 115/1909-10-27/p034 · edition original