Vierter Vortrag
Wenn wir uns diese Frage beantworten wollen, dann begreifen wir, daß der Mensch das, was er nicht sein kann in einer Inkarnation, eben werden muß durch viele Inkarnationen hindurch im Verlaufe der Erdenkulturentwickelung. Er muß immer wiederkommen. Dann kann er, was er so wenig ist in einer Verkörperung, es nach und nach dadurch werden, daß er immer neue Verkörperungen herbeisehnt, damit er werden kann, was er in einer Verkörperung nicht werden kann. Gerade wenn sich der Mensch eine Erkenntnis und eine Empfindung dafür verschafft, was er eigentlich sein könnte während eines Erdenlebens und was er nicht sein kann wegen seiner eigenen Innerlichkeit, dann weiß er, welches in seiner Seele die prädominierende Empfindung sein muß, wenn er durch die Pforte des Todes geht. Diese prädominierende Empfindung muß die sein: wieder herunterzukommen, um in einem folgenden und in immer weiteren Erdenleben das zu werden, was er in einem nicht sein kann. Das muß die stärkste Kraft sein: die Sehnsucht nach immer weiteren Verkörperungen während des Erdenkulturlebens.
Cite:
GA 115/1911-12-16/p011 · edition original