{"corpus":"steiner","locus":"GA 116/1910-02-02/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das alles, was im Menschen mangelhaft geworden ist, wird durch den Christus-Impuls wiederum geheilt. Nur verlange man nicht, daß es geheilt werde in einer wesentlich kürzeren Zeit, als es bewirkt worden ist, oder gar in einer sehr kurzen Zeit. Die Zeit von der lemurischen Epoche bis zum Mysterium von Golgatha ist eine sehr lange. Und langsam und allmählich, von Verkörperung zu Verkörperung wirkend, sind gekommen Egoismus, Irrtum und Lüge, Krankheit und Todesgefühl. Dadurch, daß der Christus-Impuls in der Menschheit wirkt, werden in einer aufsteigenden Entwickelung des Menschen diese Eigenschaften alle wiederum zurück verwandelt. Der Mensch wird sozusagen mit seinen Fähigkeiten, die er sich unten erworben hat, zurückgeführt in die geistige Welt. Es wird sogar schneller geschehen, als der Herunterstieg vor sich ging. Aber man verlange nicht, daß der Mensch in ein oder zwei Inkarnationen durch das, was er durch den Christus-Impuls aufnehmen kann, imstande sein wird, die Selbstsucht zu besiegen, sich in seinem Ätherleib so zu heilen, daß keine Gefahr für Lüge und Irrtum mehr da wären, noch daß er gar bis in seinen physischen Leib hinein gesundend wirken könne. Das muß langsam und allmählich geschehen. Aber es geschieht. Gerade so, wie durch den luziferischen Einfluß der Mensch heruntergeführt worden ist zu all den geschilderten Eigenschaften, ebenso wird er wieder heraufgeführt werden durch den Christus-Impuls: Es wird die Selbstsucht in Selbstlosigkeit umgewandelt werden, die Lügenhaftigkeit wird zur Wahrhaftigkeit, die Gefahr des Irrtums wird zur Treffsicherheit und zur Wahrheit des Urteils werden. Krankheit wird zu einer Unterlage für eine um so größere Gesundheit werden. Jene Krankheiten, die wir überwunden haben, werden die Keime zu einer höheren Gesundheit sein. Und wenn der Tod allmählich so begriffen wird, daß der Tod auf Golgatha in unserer Seele selber als das Vorbild des Todes wirkt, dann wird der Tod seinen Stachel verloren haben. Der Mensch wird wissen, warum er von Zeit zu Zeit seine physische Hülle ablegen muß, um immer höher zu dringen im Laufe der Verkörperungen. Was aber insbesondere durch den Christus-Impuls eingetreten ist, das ist, daß der Anstoß gegeben worden ist, etwas gut zu machen, was insbesondere die menschliche Erkenntnis und die menschliche Beobachtung, das Wissen des Menschen von der Welt berrifft.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-02-02","location":null,"word_count":359,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/116/1910-02-02/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/116/1910-02-02/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/116/1910-02-02/p020","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"stenogram","scope":"volume","note":"Shorthand transcript taken during the lecture — the strongest kind of lecture record in this corpus.","evidence":"Nach stenografischen Mitschriften","evidence_translation":"From shorthand transcripts","evidence_source":"Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one."}}