Über das rechte Verhältnis zur Anthroposophie
Wenn das Wort Furcht überhaupt eine Bedeutung dabei hätte, so könnte man sagen, die geisteswissenschaftliche Forschung kann eventuell Furcht haben vor einer ungenauen Prüfung, aber vor denjenigen nicht, die alles nehmen wollen, was der physischen Forschung zur Verfügung steht. Diese werden sehen, daß, je genauer sie vorgehen bei ihren Forschungen, sie desto mehr die Tatsachen, die der Hellseher mitteilt, bestätigt finden werden. Für diejenigen Dinge aber, die nicht so ferne liegen und die nicht so schwierig sind, die sich auf Karma und Reinkarnation, auf das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt beziehen, da braucht jemand nur das, was das Leben bietet, unbefangen zu betrachten. Je genauer er das betrachtet, desto mehr wird er bestätigt finden, was der Hellseher mitteilt; das heißt, es gibt genugsam Möglichkeiten, sich zu überzeugen davon, daß das, was gewonnen wird aus den übersinnlichen Welten, sich bestätigt an der äußeren physischen Welt. Und das ist etwas, was nicht so leicht hingenommen werden soll, sondern etwas, was wir als eine unerläßliche Notwendigkeit betrachten sollen. Wir sollen zunächst die Tatsachen, die vielleicht nur wenige erforschen können, an dem Leben prüfen. Wir sollen gar nicht immerfort die Phrase wiederholen: Das muß man auf Treu und Glauben hinnehmen! — Nein, nehmt so wenig als möglich auf Treu und Glauben an, aber prüft, prüft, nur nicht befangen, sondern unbefangen! Das ist dasjenige, was man zunächst betonen kann.
Cite:
GA 117/1909-11-13/p010 · edition original