{"corpus":"steiner","locus":"GA 117/1909-11-13/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ich kenne einen sehr gelehrten Theosophen, der seine inbrünstige Sehnsucht, auch einmal hinauszukommen über die bloße Gelehrsamkeit zum Sehen, damit ausgesprochen hat, daß er sagte: Wenn ich auch nur einmal in der Lage wäre, das Ende des Schwänzchens eines Elementarwesens zu sehen! - Gewiß, es ist das begreiflich. Man kann es durchaus verstehen, daß jemand so sagt. Dieser Theosoph würde ja niemals sagen, daß er die Erkenntnisse der spirituellen Wahrheiten dafür hingeben würde. Aber auch das kann vorkommen, daß einer sie hingeben würde, wenn er dafür auch nur ein wenig Hellsehen eintauschen könnte. Und dennoch, wenn jemand eine solche Empfindung hat, so ist sie ungeheuer irrtümlich, und zwar in jeder Beziehung irrtümlich. Denn wir leben in der Zeit, welche in der Entwickelung der Gesamtheit das Zeitalter des bewußten Denkens ist. Wie oft betont worden ist, bildete das altindische Zeitalter noch eine ganz andere Art des Bewußtseins aus, die an dämmerhaftes, dumpfes Hellsehen erinnert. Nach und nach erst haben sich die heutigen Fähigkeiten entwickelt und erst wir haben mit der eigentlichen Entwickelung der Bewußtseinsseele das menschliche Denken in den Kreis der Erdenentwickelung hereinbekommen. Deshalb muß es auch heute geschehen, daß die Geisteswissenschaft heruntergeholt wird aus der übersinnlichen Welt und daß sie appelliert an das vernünftige Denken des Menschen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Über das rechte Verhältnis zur Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1909-11-13","location":null,"word_count":207,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/117/1909-11-13/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/117/1909-11-13/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/117/1909-11-13/p014","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}