Über das rechte Verhältnis zur Anthroposophie

GA 117/1909-11-13/p033 ·1909-11-13 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Die Sache ist nun diese, daß unser Ätherleib, den wir für das hellseherische Bewußtsein loskriegen müssen von unserem physischen Gehirn, durch diese denkerische Betätigung gekettet wird an das physische Gehirn. Diese Arbeit des Denkens kettet, verbindet den Ätherleib stark mit dem Gehirn. Hat einer durch sein Karma noch nicht die Kräfte, ihn wieder loszukriegen zur rechten Zeit, dann kann es sein, daß er in dieser Inkarnation nichts Besonderes auf hellseherischem Gebiete erreichen kann. Nehmen wir an, er habe das Karma, in einer früheren Inkarnation ein scharfer Denker gewesen zu sein. Dann wird das Denken jetzt nicht so stark den Ätherleib mit dem Gehirn engagieren, und er wird verhältnismäßig leicht den Ätherleib bald loskriegen und kann gerade dadurch, daß die denkerischen Elemente die besten Samen sind für das Aufsteigen in die höheren Welten, in feinster Weise die Geheimnisse der höheren Welten erforschen. Er muß natürlich erst wieder loskriegen den Ätherleib von dem Gehirn. Wenn der Ätherleib aber sich so verfangen hat im physischen Gehirn beim Hineinziselieren der denkerischen Tätigkeit, daß er erschöpft ist, dann kann ihn sein Karma vielleicht lange warten lassen, bis er ihn wieder loskriegt. Wenn er aber dann aufsteigt, dann ist er durchgeschritten durch den Punkt des logischen Denkens. Dann ist das unverloren, dann kann ihm niemand wegnehmen, was er sich errungen hat, und das ist ungeheuer wichtig, weil die Hellsichtigkeit sonst immer wieder verlorengehen kann. Ich mache noch einmal darauf aufmerksam, daß Sie alle hellsichtig waren in früheren Zeiten. Warum besitzen Sie die Fähigkeit des Hellsehens jetzt nicht mehr? Weil Sie dazumal nicht mit dem Erdendasein verknüpft und verbunden waren, weil Sie entrückt waren in die geistige Welt, weil Sie diese nicht heruntergeholt haben bis zu Ihren Fähigkeiten, weil das visionäre Hellsehen auf einer Entrücktheit beruhte.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/117/1909-11-13/p033.json
Cite: GA 117/1909-11-13/p033 · edition original