Erster Vortrag

GA 117a/1910-01-03/p008 ·1910-01-03 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Es ist ja bekannt, wie unter dem Einfluss gesagter Anschauung allmählich die Autorität der Evangelien schwindet, und wie man mehr und mehr glaubt, eine Art von gemeinsamer Grundlage aus den vier Evangelien herauskristallisieren zu können, und wie man in gewissen radikalen Kreisen sogar geneigt ist, das Ganze abzulehnen. Gerade schlimm ist es dabei demjenigen Evangelium gegangen, das am tiefsten zu unserem Herzen spricht. Man sagt: In den drei ersten Evangelien lässt sich ein geschichtlicher, historischer Kern finden. Das Johannes-Evangelium aber unterscheidet sich so sehr von den anderen, dass man glauben muss, dass es viel später geschrieben und ohne Bedeutung ist. In anderen Kreisen misst man zwar den Synoptikern eine gewisse geschichtliche Bedeutung zu, meint aber, dass das Johannes-Evangelium eine Art von Hymnus sei, durch welchen die ersten Christen ihren Glauben an Christus ausdrücken wollten.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/117a/1910-01-03/p008.json
Cite: GA 117a/1910-01-03/p008 · edition original