Zweiter Vortrag

GA 117a/1910-01-04/p007 ·1910-01-04 · original (original)
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Im Johannes-Evangelium wird Christus dargestellt als das verkörperte, das inkarnierte Weltenwort, als der inkarnierte Logos. Um dies einigermaßen zu verstehen, müssen wir weit zurückgehen in die Zeiten bis zur Entstehung der ersten Kulturströmungen auf unserer Erde. 600 Jahre vor dem Palästina-Ereignis hatte die mächtige geistige Strömung, welche wir die indische nennen, in Gautama Buddhas Person ihren Höhepunkt und Abschluss gefunden. Aber derselbe Buddha, welcher da in Indien wirkte, war in einer gewissen Gestalt anwesend in Palästina zur Zeit des Christus Jesus. Was die Geisteswissenschaft mit dem Worte «Buddha» meint, ist nicht eine bestimmte Person, sondern eine Würde. So wie der einzelne Mensch während seines irdischen Lebens sich mehr und mehr entwickelt und immer höhere Ämter bekommt, so kann eine Individualität durch verschiedene Inkarnationen emporsteigen zum Buddha-Amte, zur Buddha-Würde.

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