Vierter Vortrag
Da zog sich zurück vom physischen Leibe jener vorzügliche, große, reine Ätherleib, zog sich zurück alles, was im Gautama Buddha gelebt hatte. Die Bilder all des Vorangegangenen, Erlebten standen vor ihm. So erlebte der Jesus von Nazareth, was in ihm war, was nach und nach eingezogen war in ihn. Er sah alles das in sich selber. Das war der größte Erdenaugenblick, der überhaupt je erlebt worden ist. Am Ätherleib stellte sich dar, was aus der Menschheit geworden wäre, wenn sie nicht hinuntergestiegen wäre zu den luziferischen Einflüssen: das Bild des vollkommenen reinen Menschen. Und was stellte sich dar in seinem Astralleibe? Das stand vor seiner Seele, was der Gautama Buddha erlebt hatte. Der Gautama Buddha hatte geschaut als ein Erleuchteter zurück in die ganze Erdentwicklung. Er hatte gesehen, wie der Mensch mit jeder Inkarnation immer materieller geworden war. Daher konnte Buddha nur nachsinnen über das, was den Menschen hinausbringen kann über die physische Inkarnation. Eine Lehre des Schmerzes: Alles ist Leiden. Die Lehre von der Befreiung vom Erdenleibe. Daher gab er eine Anleitung in der Lehre von Mitleid und Liebe: das zu erlangen, was die Menschen befreien konnte. Erlösung wäre erreicht worden vom Leide. Aber es wäre das Erdendasein verloren gegangen für die Menschen. Eine Erlösungsreligion ist der Buddhismus. Eine Auferstehungsreligion ist das Christentum. Nichts soll verloren gehen. Alles soll hinübergeführt werden in den Geist. Ihr sollt euch als Schüler betrachten, alles hereinbringen in die geistigen Welten, um es im höheren Sinne auferstehen zu lassen. - Eine Auferweckungs- und Auferstehungsreligion ist das Christentum. Befreiung von den Schmerzen ist der letzte Sinn des Buddha. Verwandlung des Schmerzes in Seligkeit ist letzter Sinn des Christentums.
Cite:
GA 117a/1910-01-07/p021 · edition original