Sechster Vortrag
Ein großer Teil dessen, was im Johannes-Evangelium beschrieben worden ist, ist als abstrakte, innere Erlebnisse zu betrachten, als Fälle geistigen Hellsehens. Wenn es zum Beispiel von Nikodemus heißt, dass er «nachts zu Jesus kam, darf dies nicht buchstäblich genommen werden. Das ist trivial, das so aufzufassen, als wäre er nachts gekommen, weil er sich schämte, tags zu kommen. Wir haben es hier mit einem astralen Erlebnis zu tun. Nikodemus ging bei Nacht, während sein physischer Leib schlief, in seinem Astralleib zu Jesus, um Unterricht zu empfangen. [Nicht als physische Persönlichkeit, nicht mit physischen Schritten, sondern in der astralischen Welt ging dieses Ereignis vor sich; als Schlafender erlebte es Nikodemus. Er führte in der Nacht im Astralischen jenes Gespräch, das uns geschildert wird. Der Nikodemus wurde ausnahmsweise hellsichtig. Er konnte sich astralisch begeben zu Christus-Jesus und jenes Gespräch haben. Das, was Christus war, konnte sich also im besonderen Erlebnis abspielen für diejenigen, die es wahrnehmen sollten.]
Cite:
GA 117a/1910-01-10/p004 · edition original