Sechster Vortrag

GA 117a/1910-01-10/p024 ·1910-01-10 · original (original)
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Aber damit dieser neue Liebesimpuls in die Menschen einströmen und sie durchdringen konnte, war es nötig, dass Jesus der allergrößten Willenskraft mächtig war. Bei der Hochzeit zu Kana gab er zum ersten Mal einen Beweis dieser Willenskraft, die so stark und so rein war, dass sie gleichsam in andere Menschen übergehen und die Eindrücke bestimmen konnte [von denen], die sie empfingen. Wie sollen wir das verstehen? Lassen Sie uns annehmen, dass zwei Personen nebeneinander stehen, und der eine trinkt ein Glas Wasser. Wenn jetzt der eine eines kräftigen Willensimpulses fähig ist, so kann er auf das Geschmacksorgan des andern Menschen so einwirken, dass das Wasser in seinem Munde nach etwas ganz anderem, zum Beispiel nach Wein, schmeckt. Denn unsere Erlebnisse beruhen nicht, so sehr auf dem Materiellen, das die Eindrücke vermittelt, sondern vielmehr auf unserer Art, auf die Eindrücke zu reagieren, die wir bekommen. So wird Wein oder Wasser etwas ganz anderes für uns, je nachdem wir es von einem materialistischen oder einem geistigen Gesichtspunkt betrachten.

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