Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der Ätherischen Welt

GA 118/1910-01-25/p014 ·1910-01-25 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

In den Pflegestätten des geistigen Lebens und in denjenigen Erkenntnissen und Wissenschaften, in denen man solches noch gewußt hat, hat man immer darauf Rücksicht genommen, daß unsere Inkarnationen durch solche verschiedenen Erdenzeitalter hindurchgegangen sind. Man blickte zurück auf ein sehr altes Zeitalter, das sogar noch vor der atlantischen Katastrophe liegt, in dem die Menschen eigentlich mit den Göttern oder Geistern unmittelbar zusammenlebten und sich selber natürlich dann auch ganz anders fühlten und empfanden. Denn Sie können sich ja denken, daß die Menschenseele ganz anders empfinden mußte in einem Zeitalter, wo sie ganz gewiß wußte, daß sie zu den höheren Wesenheiten aufblicken kann, und wo sie sich selbst als Glied jener höheren Welt wußte. So lernte sie auch ganz anders empfinden und fühlen. Sie müssen sich, wenn Sie auf diese Tatsachen hinblicken, vorstellen, daß wir auch heute nur sprechen und denken lernen können, wenn wir unter Menschen aufwachsen, denn das sind Fähigkeiten, die Sie nur unter Menschen erlangen können. Wenn irgendein Kind heute auf eine einsame Insel versetzt würde und dort aufwachsen würde ohne Umgang mit Menschen, so würde es durchaus nicht die Fähigkeiten des Denkens und Sprechens erlangen. Es hängt also für die Entwickelung eines Wesens etwas davon ab, ob es unter dieser oder jener andern Gattung von Wesen aufwächst und mit diesen oder jenen Wesen zusammenlebt. Davon hängt etwas für die Entwickelung ab. An Tieren schon können Sie das beobachten. Es ist bekannt, daß Hunde, die aus Verhältnissen, in denen sie mit Menschen zusammen sind, herausversetzt werden, dahin, wo sie niemals mit einem Menschen zusammenkommen, das Bellen verlernen. Die Nachkommen solcher Hunde können dann gewöhnlich nicht mehr bellen. Es hängt etwas davon ab, ob ein Wesen unter solchen oder andern Wesen aufwächst und lebt. Sie können sich also ein Bild machen davon, daß es etwas anderes ist, ob Sie nur unter heutigen Menschen auf dem physischen Plane leben, oder ob Sie früher lebten - dieselben Seelen sozusagen - unter geistigen Wesenheiten in einer geistigen Welt, in die heute der normale Blick nicht hineinreicht. Da entwickelte sich auch die Seele anders; der Mensch hatte in sich andere Impulse, als er unter Göttern lebte. Andere Impulse hat der Mensch entwickelt unter Menschen, und andere, als er unter Göttern lebte. Das hat eine höhere Erkenntnis immer gewußt. Es blickte eine solche Erkenntnis zurück in jene alten Zeitalter, in denen die Menschen sozusagen im unmittelbaren Verkehr mit göttlich-geistigen Wesenheiten waren. Und unmittelbarer Verkehr mit den göttlichgeistigen Wesen, der wirkte so, daß die Seele sich zugehörig fühlte zur göttlich-geistigen Welt. Das erzeugte aber auch Impulse, Kräfte in der Seele, die in ganz anderem Sinne noch göttlich-geistig waren, als die heutigen Kräfte es sind. Da wo die Seele so wirkte, daß sie sich als zugehörig zu der höheren Welt fühlte, da, aus dieser Seele sprach auch ein Wille, der aus der göttlich-geistigen Welt stammte, von dem man sagen konnte, er sei eingeflößt, dieser Wille, weil die Seele unter Göttern lebte.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/118/1910-01-25/p014.json
Cite: GA 118/1910-01-25/p014 · edition original