Geisteswissenschaft als Vorbereitung auf das neue Äthersehen

GA 118/1910-01-27/p011 ·1910-01-27 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

So wie diese Menschheit heute ist, so war sie aber nicht immer. Wir können in alte Zeiten der Menschheitsentwickelung zurückblicken und finden da, wenn wir das hellseherische Auge gegenüber den Urkunden, die wir die Akasha-Chronik nennen, öffnen, daß ganz andere Seelenfähigkeiten sozusagen die normalen menschlichen waren. Alle Menschen hatten in alten Zeiten eine Art von Hellsichtigkeit. Nicht eine solche, wie man sie heute durch die genannten Methoden erwirbt, sondern eine Hellsichtigkeit, die anderer Art war, eine solche, von der wir sagen müssen, sie war eine dämmerhafte, dumpfe, wie traumhafte Hellsichtigkeit. Aber sie war da, sie war da insbesondere in gewissen abnormen Verhältnissen. Nur kam sie dann ganz von selbst, brauchte nicht besonders anerzogen zu werden. Zwar müßten wir weit zurückgehen, wenn wir eine Menschheit finden wollten mit konstantem Hellsehen, aber in der Tat war in gewissen Zwischenzuständen zwischen Schlafen und Wachen ein gewisses Hellsehen der Menschheit immer eigen. Dieses Hellsehen finden wir immer mehr und mehr, je weiter wir zurückgehen. Sie erinnern sich, daß wir, indem wir durch verschiedene Kulturzeiträume zurückgehen, durch verschiedene Bildungsepochen der Menschheit kommen. Wir leben jetzt in einem Kulturzeitraum, dem ein anderer vorangegangen ist. Diesen anderen Kulturzeitraum bezeichnen wir als den griechisch-lateinischen. Diesem ist wieder ein anderer vorhergegangen, den wir bezeichnen nach den führenden Völkern als die ägyptisch-chaldäisch-babylonischassyrische Epoche. Dem ist wieder ein anderer vorangegangen, den wir als den urpersischen bezeichnen, und noch früher kommen wir zu dem, den wir als den urindischen bezeichnen. Das war eine Kultur, zu der nur zurückschauen kann das hellseherische Auge, denn jene Kultur, die die Veden hervorgebracht hat, ist in viel späteren Zeiten entstanden als schwacher Nachklang jener hohen Weisheit, welche die sieben heiligen Rishis in der ursprünglichen uraltindischen Kultur selbst der Welt geschenkt haben. Und wenn wir hinter jenen Zeitraum zurückgehen, dann finden wir die große atlantische Katastrophe, welche durch mächtige Wasser- und Luftwirkungen das Antlitz unserer Erde so verändert hat, daß nach und nach der atlantische Kontinent verschwunden ist und an seine Stelle getreten ist das, was heute einerseits Afrika und Europa und auf der andern Seite Amerika ist.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/118/1910-01-27/p011.json
Cite: GA 118/1910-01-27/p011 · edition original