Innere Evolution Und Äussere Entwickelungsmöglichkeiten

GA 118/1910-01-30/p026 ·1910-01-30 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wenn wir die Sache so ansehen, dann können wir auch noch fragen: Worinnen wird sich denn zum Beispiel das als Wirkung zeigen, was eben geschildert worden ist? Nun, die Seelen, die jetzt hier sitzen, die werden ja wieder verkörpert werden in einem Zeitalter, in dem schon längst bei den Menschenseelen jene Seelenfähigkeiten vorhanden sein werden, die eben geschildert worden sind. Was wird das bewirken? Mit jenen Fähigkeiten wird noch etwas anderes kommen. Es wird kommen, daß der Mensch in die gegenwärtige Inkarnation wird zurückschauen können. Als eine natürliche Fähigkeit wird auftreten mit jenen Fähigkeiten, die eben geschildert worden sind — zugehörig zu ihnen —, eine Erinnerung nicht nur an das Leben zwischen Tod und Geburt, sondern an das vorhergehende Leben, wie eine natürliche Eigenschaft. Aber jetzt wird es sich darum handeln, daß wir in der gegenwärtigen oder folgenden Inkarnation etwas ausbilden, woran man sich erinnern kann. Was wir treiben für den Tag, für das was längst untergegangen sein wird, wenn wir wieder geboren werden, das wird zunächst nicht das sein, woran man sich wird erinnern können. Woran man sich erinnern kann, das wird nur das sein, was in der Zentralgewalt unseres Innern, in unserem Ich vor sich gegangen ist. Erinnern kann man sich dann nicht an das, was als Alltägliches geschehen ist. Das was bleibt von der gegenwärtigen bis zur folgenden Inkarnation, das muß jetzt schon im Ich erfaßt werden, gefühlt werden. Es ist aber wahr, daß die meisten Menschen noch nicht die Neigung haben, so tief in ihr Inneres hineinzudringen, daß sie sich als ein Ich empfinden. Halten sich doch noch immer, nach Fichtes Ausspruch, die meisten Menschen eher für ein Stück Schlacke im Monde als für ein Ich! Wenn man aber dieses Ich nicht pflegt, es nicht erkennen lernt durch die Geisteswissenschaft, es nicht fühlen lernt, dann ist es ja gar nicht da als inneres Seelengut. Erst müssen wir einmal schaffen dasjenige, an das wir uns dann sollen erinnern können in der nächsten Inkarnation.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/118/1910-01-30/p026.json
Cite: GA 118/1910-01-30/p026 · edition original