{"corpus":"steiner","locus":"GA 118/1910-02-20/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nur eine solche Stimmung gegenüber dem, was wir im Leben zu tun haben, kann uns das richtige Verständnis geben für unsere innere Arbeit in der Seele. Erst dann können wir uns zu dem höchsten geistigen Streben in der richtigen Art verhalten. Solch eine Sache sollte für Anthroposophen niemals ein bloßer Gedanke, niemals nur Theorie sein. Der Anthroposoph tut vielmehr gut, wenn er sich öfters selber in innerer Versenkung klarmacht, wie wenig angemessen es in der großen Weltenordnung wäre, wenn aus irgendeiner Stellung im Leben ihm Unzufriedenheit fließen möchte. Das ganze Wesen der Weltentwickelung könnte nicht seinen Gang nehmen, wenn wir nicht das scheinbar Unbedeutendste im Leben richtig ausführen würden. Dann werden wir auch die richtigen Empfindungen erhalten gegenüber den großen Erscheinungen des Daseins. Dann wird uns erst das Große und Bedeutsame aufleuchten, das in dem Satze liegt: Ein jeder von uns soll außer dem, was er darstellt auf dem physischen Plan, im Sinne der Weisheit der Welt so viel als möglich aus sich selber machen. Wir sollen die anthroposophische Entwickelung selber als etwas Notwendiges ansehen. Mancher sagt: Was nützt die anthroposophische Entwickelung, wenn ich mich nicht dadurch im Leben nützlich machen kann? - Bedenken wir aber: Was wir im Leben zu tun bekommen sollen, wird uns das Lebenskarma zeigen, wenn wir erst die Winke des Lebenskarmas verstehen lernen. Wir haben nicht nur die Aufgabe, dies oder jenes zu tun, sondern wir haben wirklich die Aufgabe, aus uns selber so viel als möglich zu machen. Wir müssen uns aufschwingen zu dem Gedanken: In uns sind unendliche Kräfte und Fähigkeiten; wir dürfen sie nicht verkommen lassen in unserer Seele. Was die göttlich-geistige Weltenordnung mit dem, was wir aus unserer Seele gemacht haben, anfangen wird, müssen wir der göttlichgeistigen Weltenordnung überlassen. Wenn wir an unserer Seele arbeiten und auf die Winke des Karma achten, werden wir sehen, was wir da und dort zu tun haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Neue Spirituelle Zeitalter Und Die Wiederkunft Christi","site_heading":null,"date":"1910-02-20","location":null,"word_count":312,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/118/1910-02-20/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/118/1910-02-20/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/118/1910-02-20/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}