Das Wiedererscheinen Des Christus Im Ätherischen
Nun sind aber diese Dinge noch mit andern verknüpft. In gewissen andern Beziehungen erneuert sich alles in solch ähnlicher Wiederholung. Wir leben einer Zeit entgegen, in der immer mehr und mehr von demjenigen für die Menschheit sich erneuern soll, was in den vorchristlichen Jahrhunderten da war, aber alles wird getaucht in das, was die Menschheit hat gewinnen können durch das große Christus-Ereignis. Wir haben gesehen, daß die Menschheit jenen großen Moment, den Moses erlebt hat durch seine Eindrücke vom brennenden Dornbusch und vom Blitzesfeuer auf dem Sinai, nun in christlicher Verinnerlichung wieder erlebt hat. Denn jetzt sind sich die Tauler, die Eckhart klar: wenn ihnen von innen aufgeht, was jener Moses Jahve genannt hat, so ist es der Christus, so ist es nicht mehr die zurückgespiegelte Christus-Wesenheit, sondern direkt der Christus, der aus der Tiefe des Herzens aufsteigt. Es ist sozusagen direkt wiedererlebt in einer verchristlichten Gestalt, in einer durch den Christus-Impuls umgeänderten Gestalt, durch die christlichen Mystiker dasjenige, was von Moses erlebt worden war. Und in umgeänderter, neuer Gestalt wird das erlebt werden, was sozusagen erlebt worden ist in der vorchristlichen, abrahamitischen Zeit. Und was wird das sein? All die Dinge und Ereignisse, welche sozusagen normalerweise in der Menschheitsentwickelung auftreten, alle diese werfen gleichsam ihre Lichter voraus. Ich möchte nicht die Trivialität, die oft gesagt wird, wiederholen, ich möchte nicht sagen, werfen ihre Schatten, sondern ihre Lichter. So ist in gewisser Beziehung etwas von Ereignissen der Zukunft im Licht vorausgeworfen in dem, was wir die Bekehrung des Saulus zum Paulus nennen: in dem Ereignis von Damaskus.
Cite:
GA 118/1910-03-06/p021 · edition original