{"corpus":"steiner","locus":"GA 118/1910-03-15/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Von diesem Geiste waren die Jahrhunderte bis zu uns herauf erfüllt. Jetzt aber gehen wir entgegen der Erinnerung und Wiederbelebung des abrahamitischen Zeitalters, aber in dem Sinne, daß die Menschen aus der unseren physischen Sinnen zugänglichen Welt hinaufgeführt werden. Der Geist Abrahams wird unsere Erkenntnis derart beeinflussen, daß die Menschen von ihrer alleinigen Wertschätzung der sinnlichen Welt sich lossagen werden. Und in umgekehrter Weise als es bei Abraham der Fall war, da der Geist, da Gott nur in der Sinnenwelt zu finden war, werden die Menschen jetzt hinauswachsen über die Sinneswelt und hineinwachsen in die geistige Welt. Man kann wohl sagen: Es schadete der Entwickelung nicht, wenn die Menschen von alledem bisher nichts wußten, aber in der jetzt anbrechenden Zeit sollen die Menschen in die Lage versetzt werden, ihr Geschick selbstbewußt in die Hand zu nehmen. Sie müssen wissen, wie Christus später wahrnehmbar werden wird. Mit Recht wird erzählt, daß Christus nach dem Ereignis von Golgatha herunterstieg zu den Toten, in die geistige Welt, um ihnen das Wort der Erlösung zu bringen. Es wirkt das Christus-Ereignis auch jetzt noch im gleichen Sinne. Daher ist es gleich, ob der Mensch noch hier in der physischen Erdenwelt lebt oder ob er schon gestorben ist: Das Christus-Ereignis kann er auch in der geistigen Welt noch erleben, wenn er sich nur hier auf Erden ein Verständnis dafür geschaffen hat. Dann wird es sich zeigen, daß der Mensch nicht ohne Grund auf dieser unserer Erde gelebt hat, Hat aber der Mensch hier kein Verständnis für das Christus-Ereignis erworben, so gehen dessen Wirkungen in der Zeit zwischen Tod und einer neuen Geburt spurlos an ihm vorüber, und er muß warten bis zu seiner nächsten Rückkehr auf die Erde, bis zu einer neuen Geburt, damit ihm dann die Möglichkeit geboten werde, sich vorzubereiten. Der Mensch darf nicht glauben, daß Christus im Fleische wieder erscheinen wird, wie es manche Irrlehren verkünden, da man ja sonst nicht an die Fortentwickelung der menschlichen Fähigkeiten glauben könnte, sondern sagen müßte: die Ereignisse wiederholen sich in gleicher Art. Das ist aber nicht der Fall; sie wiederholen sich zwar, aber stets auf höheren Stufen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Bergpredigt Das Land Schamballa","site_heading":null,"date":"1910-03-15","location":null,"word_count":351,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/118/1910-03-15/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/118/1910-03-15/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/118/1910-03-15/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}