V. Höhere Welten und Ihr Zusammenhang mit der Unsrigen
Der Mensch faßt gewöhnlich den Wechsel des Wachens und Schlafens nicht tief genug auf. Er ist ihm eine so alltägliche Erscheinung, daß er ihn kaum der Beachtung würdigt. Dadurch entzieht sich ihm das Rätselhafte, welches diese Vorgänge in sich bergen, vollkommen. Auf die Frage, was sich mit dem Menschen vollzieht, wenn er einschläft, würde man die Antwort erhalten: Das Bewußtsein erlischt, das ermüdete Gehirn fällt in einen Zustand der Betäubung und nimmt keine Sinneseindrücke von der Außenwelt mehr auf. Dies ist soweit richtig, als es sich auf das mit dem physischen Auge Wahrnehmbare bezieht. Fragen wir jedoch den Hellseher, was er wahrnimmt, so wird er uns sagen, daß sich etwas ganz Bedeutungsvolles vollzieht. Er sieht, wie aus dem ruhenden physischen Körper der innere, der astralische Mensch sich heraushebt und sich in den astralischen Weltenkörper, den Makrokosmos hineinergießt. Und morgens, beim Erwachen, sieht er, wie das, was eingeströmt ist ins Weltenall, sich wieder zusammenzieht und von dem physischen Körper, dem Mikrokosmos, absorbiert wird. Es zeigt sich seinem Blicke ein Wechselleben, welches der Mensch in der Welt im Großen und in der Welt im Kleinen führt.
Cite:
GA 118/1910-04-12/p005 · edition original