{"corpus":"steiner","locus":"GA 118/1910-05-15/p042","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Auf der andern Seite das Christentum: den Christus-Impuls hat das Christentum auch als etwas Exoterisches. Aber wie hat es in den verflossenen Jahrhunderten diesen Impuls gehabt? Gewiß sieht der exotetische Christ darin etwas unendlich Vollkommenes, was in ihm selber leben soll als das große Ideal, dem er sich immer mehr und mehr annähert. Aber welche Vermessenheit wäre es für den Christen, zu denken, daß er in einer Inkarnation irgendwelche Kräfte haben kann, um den Keim zur Entwickelung zu bringen, der angefeuert werden kann durch den Christus-Impuls! Welche Vermessenheit wäre es für den exoterischen Christen> zu glauben, daß wir imstande wären, etwas Ausreichendes zu tun, um den Christus-Impuls in einem Leben zur Entfaltung zu bringen! Daher wird der exoterische Christ sagen: Wir gehen eben durch die Todespforte; dann werden wir im geistigen Reiche die Gelegenheit haben, uns weiterzuentwickeln und dort den Christus-Impuls weiter zur Entfaltung zu bringen. - So schließt der exoterische Christ an den Tod ein geistiges Leben an, von dem er nicht wieder zurückkehrt zur Erde. Versteht ein exoterischer Christ, der da glaubt> daß sich ein Dasein in einem geistigen Reiche anschließt dem Leben anf der Erde, versteht er den Christus-Impuls? Er versteht ihn nicht! Denn würde er ihn verstehen, so würde er niemals glauben, daß er dasjenige, was der Christus-Impuls ihm geben soll, sich in einem geistigen Leben erringen kann, das an den Tod - ohne eine Wiederkehr zur Erde - sich anschiießt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"PFINGSTEN, DAS FEST DER FREIEN INDIVIDUALITÄT Hamburg","site_heading":null,"date":"1910-05-15","location":null,"word_count":235,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/118/1910-05-15/p042","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/118/1910-05-15/p042"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}