{"corpus":"steiner","locus":"GA 119/1910-03-21/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist das eine. Das andere ist, daß der Mensch nunmehr etwas erlebt unmittelbar nach dem Durchschreiten der Todespforte, mit dem er zwischen der Geburt und dem Tode nur in sehr geringem Maße bekannt geworden ist, wenn er nicht selber ein Geistesforscher geworden ist. Im Leben sind wir immer außerhalb der Dinge, außerhalb der Wesenheiten, die um uns herum sind. Die Tische, die Stühle sind außerhalb unser, die über das Feld ausgebreitete Pflanzenflora ist außerhalb unser. Der Eindruck unmittelbar nach dem Tode ist der, als ob unser Wesen sich ergießen würde über alles das, was außerhalb unser ist. Wir tauchen gleichsam in die Dinge unter, wir fühlen uns eins mit ihnen. Das Gefühl des Ausbreitens und -dehnens und -weitens der Seele tritt auf, ein Verschmelzen mit den Dingen, die in der äußeren Umgebung sind als Bilder. Dieses Erlebnis dauert - so zeigt uns die Geistesforschung mit denjenigen Methoden, von denen wir gesprochen haben - verschieden lang; allein es ist im allgemeinen ein kurzes Erlebnis nach dem Tode. Wir können heute sogar schon davon sprechen, nachdem genauere hellseherische Forschungen über diese Sache vorliegen, wie lange die Zeitdauer für den einzelnen Menschen je nach seiner Individualität ist. Sie wissen, daß verschiedene Menschen im normalen Lebenszustande verschieden lang sich wach erhalten können, wenn es sein muß, ohne daß sie übermannt werden vom Schlafe. Der eine Mensch kann meinetwillen drei, vier, fünf Tage wachen, der andere kann es nur durch sechsunddreißig Stunden und so weiter. Solange der Mensch im allgemeinen im normalen Zustand des Lebens durchschnittlich sich hat wach erhalten können, ohne daß er vom Schlafe niedergezwungen wurde, so lange ungefähr dauert auch durchschnittlich dieses Erinnerungstableau. Also es ist nach Tagen zu berechnen und ist für die verschiedenen Menschen verschieden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Kreislauf des Menschen durch die Sinnen-, Seelen- und Geisteswelt","site_heading":null,"date":"1910-03-21","location":null,"word_count":286,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-21/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-21/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/119/1910-03-21/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}