Der Kreislauf des Menschen durch die Sinnen-, Seelen- und Geisteswelt
Dann, wenn dieses Erinnerungstableau zu Ende gegangen ist, wenn es allmählich verblaßt ist, denn es zeigt ein Nach-und-nachDunkelwerden, da fühlt der Mensch so etwas, wie wenn sich in ihm zurückzögen gewisse Kräfte und etwas, was bisher in seiner Natur war, ausgestoßen würde. Dasjenige, was da ausgestoßen wird, ist nun ein zweiter Leichnam des Menschen, ein unsichtbarer Leichnam; es ist dasjenige im Menschen, was er von seinem Äther- oder Lebensleib nicht mitnehmen kann durch die folgenden Frlebnisse in der seelischen Welt. Während also der physische Leichnam vorher schon abgestoßen und zu seinen physischen Stoffen und Kräften zurückgekehrt ist, wird jetzt ausgepreßt der Äther- oder Lebensleib, der sich verteilt in diejenige Welt, die wir die Ätherwelt nennen, die nun wiederum ein Nichts ist für denjenigen, der allein materialistisch sehen und denken kann, die aber alles durchwebt und durchlebt für denjenigen, dessen geistige Augen geöffnet sind. Nun bleibt aber aus diesem ausgepreßten Äther- oder Lebensleib etwas zurück, was man bezeichnen kann als eine Essenz, als einen Extrakt alles dessen, was erlebt worden ist. Gleichsam die in einen Keim zusammengedrängten Erlebnisse des letzten Daseins zwischen Geburt und Tod, die bleiben nunmehr mit demjenigen, was der Mensch ist, vereint. Also die Frucht des letzten Lebens, zusammengedrängt, die bleibt bestehen.
Cite:
GA 119/1910-03-21/p014 · edition original