Der Kreislauf des Menschen durch die Sinnen-, Seelen- und Geisteswelt

GA 119/1910-03-21/p029 ·1910-03-21 · original (original)
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Wenn wir uns nunmehr um die Länge der Zeit bekümmern, in der der Mensch also produktiv dasjenige, was er im letzten Leben gewonnen hat, ins Geistige hineinarbeitet, dann müssen wir uns vor allen Dingen fragen: Hat denn dieses Gesetz der wiederholten Erdenleben, auf das wir hingedeutet haben, einen gewissen Sinn? - Ja, das hat einen Sinn, und dieser zeigt sich dadurch, daß der Mensch, wenn er eine Verkörperung durchgemacht hat, in einem neuen Leben nicht etwa dann erscheint, wenn er dieselben Erlebnisse wieder durchmachen kann, sondern er erscheint erst dann wieder, wenn sich die irdische Außenwelt mittlerweile so verändert hat, daß er völlig neue Erlebnisse durchmachen kann. Derjenige, der nun ein wenig nachdenkt über die Entwickelung, wird finden, daß schon in bezug auf das Physische die Erdenphysiognomie von Jahrtausend zu Jahrtausend sich beträchtlich ändert. Denken Sie einmal nach, wie es etwa ausgesehen haben mag hier, wo jetzt diese Stadt liegt, zur Zeit Christi, wie es da ganz anders war, und wie dieser Erdenfleck sich seit dieser Zeit verändert hat; und denken Sie daran, wie sich erst dasjenige, was wir moralische, intellektuelle und sonstige geistige Entwickelung der Menschheit nennen, im Laufe weniger Jahrhunderte ändert. Denken wir daran, was die Kinder etwa vor wenigen Jahrhunderten in den ersten Lebensjahren in sich aufgenommen haben, und denken wir daran, was sie heute in den ersten Lebensjahren verarbeiten. Die Erde ändert ihre Physiognomie, und nach einer bestimmten Zeit kann der Mensch die Erde wieder betreten und da ist alles so verändert, daß er nun Neues erleben kann. Erst wenn der Mensch Neues erleben kann, dann erst betritt er diese Welt von neuem.

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Cite: GA 119/1910-03-21/p029 · edition original