Der Kreislauf des Menschen durch die Sinnen-, Seelen- und Geisteswelt

GA 119/1910-03-21/p032 ·1910-03-21 · original (original)
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So sehen wir die Vergeistigung nicht nur des Menschen, sondern der Menschheit in ihren edelsten Beziehungen in dem geistigen Lande, das der Mensch durchlebt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt. Da bilden sich aber auch all die Impulse, die der Mensch hineingetragen hat in die geistige Welt, in lebendige Urbilder um. Wir sahen ja, daß der Mensch hineinging in die geistige Welt mit einer Essenz des Äther- oder Lebensleibes, das heißt mit einer Essenz all der Erlebnisse, die er gehabt hat zwischen der Geburt und dem Tode. Wir sehen den Menschen eintreten in die Geisteswelt mit jenem mächtigen Impulse, der ihn ausgleichen läßt, was er Unrechtes getan hat. Das webt der Mensch zusammen zu einem geistigen Urbild. Und die Zeit, die er verbringt in der geistigen Welt, die verläuft so, daß dieses Urbild immer mehr und mehr gewoben wird so, daß es die Früchte aus dem vorhergehenden Leben und den Drang, den Willen zur Ausgleichung seines Unrechtes, des Häßlichen, das er getan hat, immer mehr und mehr einverwoben erhält. Und so ist der Mensch in jener Zeit fähig, einerseits alles das, was er in früheren Leben an Fähigkeiten sich erworben hat, jetzt in den Leib, der ihm bei der Wiederverkörperung zur Verfügung gestellt wird, plastisch hineinzugestalten, andererseits wird der Mensch dadurch, daß er in sein Urbild hineinverwoben hat den Drang, den Impuls, auszugleichen, was er Unrechtes, Häßliches, Böses getan hat, angezogen von Verhältnissen, die ihm gestatten, dieses Unrecht, dieses Häßliche, das er getan hat, wiederum auszugleichen. Wir treten durch die Geburt ins Dasein mit dem Willen, in solche Verhältnisse hineinzukommen, die uns gestatten, Unvollkommenheiten unseres früheren Lebens auszugleichen. So suchen wir durch einen verborgenen Willen in entsprechenden Fällen den Schmerz auf, wenn wir aus unserem vorgeburtlichen Drang heraus die unbewußte Erkenntnis haben, daß nur die Überwindung dieses Schmerzes uns gewisse Hindernisse, die wir uns früher in den Weg gelegt haben, hinwegräumen kann.

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Cite: GA 119/1910-03-21/p032 · edition original