Der Kreislauf des Menschen durch die Sinnen-, Seelen- und Geisteswelt
Das Leben des Menschen zwischen der Geburt und dem Tode, wir verstehen es nicht, wenn wir es bloß aus sich selber begreifen wollen, wenn wir es so begreifen wollen, daß wir bloß dasjenige, was in der unmittelbaren Umgebung ist, zusammenziehen. Da können wir lange sagen, daß der Mensch sich anpaßt an Umgebung, Volk, Familie. Ebensowenig wie uns die Austernschale ohne Auster begreiflich wird, wird uns das menschliche Leben begreiflich sein, wenn wir es nur als aus seiner unmittelbaren Umgebung herausgebildet betrachten. Hell und klar wird es aber, wenn wir voraussetzen können, daß der Mensch aus einer geistigen und seelischen Welt kommt und daß er in dieser geistigen und seelischen Welt die Errungenschaften, den Extrakt, die Früchte früherer Leben verarbeitet hat, und daß er sein neues Dasein mit Hilfe dieser Verarbeitung neugestaltet. So wird uns das Leben selbst erst begreiflich durch dasjenige, was über dem Leben liegt, so wird uns die physische Welt erst durch die geistige und seelische Welt begreiflich.
Cite:
GA 119/1910-03-21/p034 · edition original