Erster Vortrag
Nun gibt es ja zwei Erlebnisse, durch die in der Tat so etwas bewirkt wird, daß der Mensch sozusagen die Haut nach außen und den Widerstand nach innen in einer gewissen Weise besiegen kann. Wodurch kann sich uns zeigen, daß so etwas wie das äußere Häutchen, wie der äußere Sinnesteppich von uns in einer gewissen Weise zerrissen wird und wir in eine Welt eindringen, die verdeckt ist durch diesen Schleier des äußeren Sinnesteppichs? Wie kann sich uns das zeigen? Das kann sich uns zeigen, wenn wir in gewissen Lebensvorgängen etwas haben, was wir als neue Erlebnisse bezeichnen müssen gegenüber den gewöhnlichen Erlebnissen des Tages. Wenn es so etwas gibt, was ganz neue Erlebnisse sind, was der Mensch gewöhnlich nicht wahrnehmen kann, und wenn der Mensch während solcher Erlebnisse auch das Gefühl haben kann, daß die äußeren Wahrnehmungen, die uns durch die Sinne zukommen, hinunterschwinden, daß also der äußere Sinnesteppich gleichsam zerrissen wird, wenn das irgendwie der Fall wäre, dann könnten wir sagen, wir dringen etwas in diese hinter unseren Sinneswahrnehmungen liegende Welt ein.
Cite:
GA 119/1910-03-21_02/p007 · edition original