{"corpus":"steiner","locus":"GA 119/1910-03-21_02/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In diesen Makrokosmos ausgegossen ist der Mensch auch schon während der Ekstase; nur weiß er da etwas von diesem Zustand. Das ist das eigenartige der Ekstase, daß der Mensch etwas erlebt, seien es Bilder, seien es Wirklichkeiten, was ausgebreitet ist um ihn herum, etwas, was sozusagen einen gewaltigen großen Raum einnimmt und an das er sich wie hinverloren glaubt. Das erlebt er in der Ekstase. Er erlebt mit seinem Ich etwas wie ein Verlorensein dieses Ich, dafür aber ein Hingegossensein in ein Reich, das er bisher nicht gekannt hat. Dieses Hingegossensein in eine Welt, die sich unterscheidet von der gewöhnlichen Alltagswelt, wo man sich nur an seinen Körper hingegeben fühlt, dieses Hingegebensein an eine solche Welt berechtigt schon, von vornherein zu sprechen von einer großen Welt, von einem Makrokosmos, im Gegensatz zur kleinen Welt, in der wir mit unserem gewöhnlichen Tageserlebnis leben. Da fühlen wir uns in unsere Haut eingeschlossen. Das ist zunächst nur die oberflächlichste Charakteristik dieser Leibeswelt. Wir sind dann, wenn wir in Ekstase sind, wie hineingewachsen in die große Welt, in den Makrokosmos, wo auf Schritt und Tritt irgendwelche phantastische Gestalten vor uns aufsteigen - phantastische Gestalten, weil sie nicht ähnlich sind mit den Dingen in der physischen Welt. Wir können uns nicht von ihnen unterscheiden, wir wissen nicht, ob wir es nicht selber sind, was in diesen Gestalten lebt; wir fühlen uns ausgedehnt in eine große Welt, in den Makrokosmos. Und wenn wir so die Ekstase erfassen, dann können wir auch, wenigstens vergleichsweise, uns einen Begriff davon machen, warum wir unser Ich in der Ekstase verlieren.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-03-21","location":null,"word_count":260,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-21_02/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-21_02/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/119/1910-03-21_02/p021"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 119/1910-03-21","note":"Another lecture given on the same date as 1910-03-21; the suffix only separates two lectures of one day."}}