Erster Vortrag

GA 119/1910-03-21_02/p023 ·1910-03-21 · original (original)
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Aber im Schlaf tritt noch etwas anderes Wichtiges für den Menschen ein. Das ist, daß der Mensch ja, solange er ein Bewußtsein hat, handelt. Nun hat er in der Ekstase ein Bewußtsein, aber nicht das sich orientierende Ich. Er handelt also außer seinem Ich. Er kontrolliert nicht seine Handlungen, er ist wie hingegeben an dasjenige, was die Eindrücke seines Bewußtseins sind. Das ist das Wesentliche der Ekstase, daß der Mensch zu irgendeinem Tun kommt und daß, wenn man einen solchen Menschen, der in der Ekstase handelt, von außen kontrolliert, man ihn wie ausgewechselt findet. Man findet, er ist nicht eigentlich er; er handelt wie unter lauter anderen Eindrücken, und weil dasjenige, was er da sieht, in der Regel eine Vielheit ist - denn in der Ekstase treten viele Ereignisse auf -, so ist er bald an diese, bald an jene Wesenheit hingegeben und macht den Eindruck einer zerrissenen Wesenheit. Das ist das Charakteristische des Ekstatikers, und das ist die Gefahr der Ekstase. In der Ekstase ist zwar der Mensch an eine geistige Welt hingegeben, aber an eine geistige Welt der Vielheit, die ihn in bezug auf seine innere Wesenheit zerreißt.

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