{"corpus":"steiner","locus":"GA 119/1910-03-21_02/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So also sprechen wir davon, daß wir aus derselben Welt, in die wir hineinschauen in der Ekstase und die für das gewöhnliche Bewußtsein ausgelöscht ist im Schlafe, die für das Tagesleben stärkenden Kräfte heraussaugen. Das aber machen wir unter ganz besonderen Umständen. Wir machen es unter den Umständen, daß wir uns selber, wenn wir uns so ausdrücken dürfen, bei diesem Heraussaugen der Kräfte, bei diesem Ergießen der Kräfte aus einer geistigen Welt, dabei nicht zuschauen. Das ist das Wesentliche des Schlafes, daß wir in dem Schlaf etwas vollbringen, und daß wir uns bei dieser Tätigkeit nicht zuschauen. Wenn wir uns zuschauen würden bei dieser Tätigkeit, so würden wir uns überzeugen, daß wir es viel schlechter machen würden als wir es machen, wenn wir mit unserem Bewußtsein nicht dabei sind. Es gibt ja schon im gewöhnlichen Alltagsleben Dinge, von denen man sagen muß: Finger weg davon! -, denn manche Menschen machen die Dinge nur schlechter, wenn sie sie anrühren. In derselben Lage ist der Mensch, wenn die Kräfte durch den nächtlichen Schlaf ersetzt werden müssen, die am Tage vorher verbraucht worden sind. Wäre der Mensch dabei, könnte er sich zuschauen bei jener schwierigen Operation, die da vollzogen wird, wenn die verbrauchten Kräfte wieder ersetzt werden, könnte er selber mittun, nun, da würde etwas Schönes herauskommen; da würde er die ganze Prozedur gründlich verderben, weil er eben heute noch nicht fähig ist dazu. So also tritt tatsächlich das Segensvolle ein, daß der Mensch in dem Augenblicke, wo er, wenn er selbst dabei wäre, an seiner Fortentwickelung etwas verderben könnte, das Bewußtsein entrissen bekommt, daß er sein eigenes Dasein vergißt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-03-21","location":null,"word_count":267,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-21_02/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-21_02/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/119/1910-03-21_02/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 119/1910-03-21","note":"Another lecture given on the same date as 1910-03-21; the suffix only separates two lectures of one day."}}