{"corpus":"steiner","locus":"GA 119/1910-03-22/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Damit haben wir aber schon einen ersten Einfluß charakterisiert, welcher auf den Menschen bewirkt wird während des Schlafzustandes, den Einfluß, der den Menschen gewissermaßen heraustreibt aus seinen Leibern. Es wird derjenige, der Selbstschau hält, verspüren, wie das eine Macht ist, die über ihn kommt, denn im gewöhnlichen normalen Zustand des Lebens befiehlt sich ja der Mensch nicht: Du sollst jetzt einschlafen, du sollst jetzt aufhören zu sprechen, zu schmecken, zu riechen, zu hören -, sondern das ist wie eine Macht, die sich im Menschen geltend macht. Das ist der erste Einfluß aus jener Welt, in der der Mensch des Abends untertaucht, das ist der Einfluß, der ihn sozusagen heraustreibt aus seinem physischen Leib und Äther- oder Lebensleib. Aber wenn dieser Einfluß allein sich geltend machen würde während des Schlafes, was würde dann mit dem Menschen geschehen? Dann würde beim Menschen normalerweise immer ein absolut ruhiger, durch nichts gestörter Schlaf eintreten. Aber wir wissen ja, daß im gewöhnlichen normalen Leben keineswegs nur dieser normale, durch nichts gestörte Schlaf vorhanden ist, sondern daß es eine zweifache Möglichkeit gibt, daß dieser Schlaf in einer anderen Form sich geltend macht. Wir kennen alle einen Zustand, den wir als den Traumzustand bezeichnen, wo sich mehr oder weniger chaotische oder mehr oder weniger deutliche Bilder, Traumbilder, hereindrängen in das Schlafleben. Würde nur der erste Einfluß geltend sein auf den menschlichen Schlaf, der den Menschen wie herausreißt aus seinem Bewußtsein in eine geistige Welt hinein, dann würde immer nur dasjenige vorhanden sein können, was wir einen durch keinen Traum gestörten Schlaf nennen. So daß wir unterscheiden können jenen Einfluß, weicher das Bewußtsein einfach auslöscht, indem er uns heraustreibt aus unserer äußeren Leibeshülle, und jenen Einfluß, der uns in dem leibfreien Zustande die Traumwelt vor die Seele gaukelt, der hineindrängt in unser Schlafleben die Welt des Traumes.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-03-22","location":null,"word_count":299,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-22/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/119/1910-03-22/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/119/1910-03-22/p006"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}