Zweiter Vortrag

GA 119/1910-03-22/p007 ·1910-03-22 · original (original)
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Das ist aber nicht die einzige Art, wodurch der normale Schlaf beim Menschen eine andere Gestalt annehmen kann. Es gibt noch eine dritte Art. Diese dritte Art tritt allerdings nur bei einer geringen Anzahl von Menschen auf, aber ein jeder weiß, daß sie immerhin bei einer gewissen Anzahl von Menschen vorhanden ist: diese dritte Art ist die, wenn der Mensch anfängt, ohne ein Bewußtsein davon zu haben, aus dem Schlaf heraus zu sprechen oder gewisse Handlungen zu vollführen. Gewöhnlich weiß ja dann der Mensch am Tage nichts von den Antrieben, die ihn zu solchen Schlafhandlungen geführt haben. Es kann sich solches Handeln im Schlaf bis zu demjenigen steigern, was im gewöhnlichen Leben das Nachtwandeln genannt wird. In einzelnen Fällen hat der Mensch etwa auch, während er nachtwandelt, in seinen Schlafzustand gewisse Träume hereingerückt, aber in der Mehrzahl der Fälle ist das gar nicht der Fall, sondern da handelt und spricht der Schlafwandler, ohne daß er in seinem Seelenleben Träume hat. Er handelt dann in gewissem Sinne wie ein Automat, unter dunklen Antrieben, deren er sich nicht einmal traumhaft bewußt zu sein braucht. Diese Handlungen, wo der Mensch aus dem Schlafe heraus gewissermaßen mit der Außenwelt in Berührung tritt wie während des Tageslebens - nur ist es während des Tageslebens bewußt und während der Nacht unbewußt -, diese Handlungen unterliegen einem dritten Einfluß, welcher während des Schlafes auf den Menschen tätig ist.

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Cite: GA 119/1910-03-22/p007 · edition original