{"corpus":"steiner","locus":"GA 12/l02/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Auf den Grund der Gefahr innerhalb der imaginativen Erkenntnis ist ja in meiner Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» bereits hingedeutet worden. Dieser Grund liegt darin, daß der Mensch beim Eintritte in diese Welt gewissermaßen den Boden unter den Füßen verliert. Wodurch er in der physischen Welt Festigkeit hat, das geht ihm zunächst scheinbar ganz verloren. Nimmt man in dieser physischen Welt etwas wahr, so fragt man sich: Woher kommt diese Wahrnehmung? Man tut das ja zumeist unbewußt. Aber man ist sich eben «unbewußt» darüber klar, daß die Ursachen der Wahrnehmungen die Gegenstände «draußen im Räume» sind. Die Farben, die Töne, die Gerüche gehen von diesen Gegenständen aus. Man sieht nicht freischwebende Farben, man hört nicht Töne, ohne daß man sich bewußt werden könnte, an welchen Gegenständen diese Farben als Eigenschaften «haften», von welchen Gegenständen die Töne herrühren. Dieses Bewußtsein, daß die Gegenstände und Wesenheiten sie verursachen, gibt den physischen Wahrnehmungen und damit dem Menschen selbst Festigkeit und einen sicheren Halt. Hat jemand Wahrnehmungen ohne äußere Ursache, so spricht man von abnormen, krankhaften Zuständen. Man nennt solche ursachlose Wahrnehmungen Illusionen, Halluzinationen, Visionen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Imagination","site_heading":null,"date":null,"location":null,"word_count":184,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/12/l02/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["AP1967"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/12/l02/p007"},{"lang":"en","edition":"AP1967","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/12/l02/p007","paragraph_aligned":true}]}