Die Imagination

GA 12/l02/p012 · original (original)

Für den Schüler ist nämlich die imaginative Welt anfangs wirklich eine bloße «Bilderwelt», von der er vielfach nicht weiß, was sie ausdrückt. Der Geheimlehrer aber weiß, auf welche Dinge und Wesenheiten sich diese Bilder in einer noch höheren Welt beziehen. Hat der Schüler zu ihm Vertrauen, so kann er wissen, daß sich ihm später Zusammenhänge offenbaren werden, welche er vorläufig noch nicht durchschaut. In der physischen Welt waren die Gegenstände im Räume selbst die Führer. Er war imstande, die Richtigkeit seiner Vorstellungen zu prüfen. Die körperliche Wirklichkeit ist der «Fels», an dem alle Halluzinationen und Illusionen zerschellen müssen. Dieser Fels verschwindet in einen Abgrund, wenn man in die imaginative Welt eintritt. Und deshalb muß als ein anderer solcher «Fels» der «Führer» eintreten. An dem, was er dem Schüler zu bieten vermag, muß dieser die Wirklichkeit der neuen Welt empfinden. Man kann daraus ermessen, wie groß das Vertrauen in den Führer sein muß in jeder Geheimschulung, welche dieses Namens wirklich wert ist. Sobald man an den Führer nicht mehr glauben kann, ist es ja in dieser höheren Welt so, wie wenn einem in der physischen plötzlich alles genommen würde, worauf man den Glauben an die Wirklichkeit seiner Wahrnehmungen gebaut hat.

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