{"corpus":"steiner","locus":"GA 120/1910-05-16/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn wir nun das weitere Leben des Kindes beobachten, wird sich uns lange Zeit nicht zeigen, was die ausgesprochenste Wirkung dessen sein wird, was wir in den ersten Jahren auf diese Weise in das Kind hineingebracht haben. In der Lebensbeobachtung ergibt sich nämlich, daß die eigentlichen Wirkungen dessen, was als Ursachen in die kindliche Seele hineingelegt worden ist, am allerspätesten erst eintreten, das heißt am Lebensabend. Der Mensch kann einen in sich regen Geist bis an sein Lebensende dadurch haben, daß wir ihn als Kind in der Weise erzogen haben, wie es jetzt eben beschrieben worden ist: daß wir auf sein Seelenleben, auf alles, was lebendig in ihm sitzt, Rücksicht genommen haben. Wenn wir das herausgeholt und zur Entwickelung gebracht haben, was an inneren Kräften in ihm vorhanden ist, dann werden wir die Früchte am Lebensabend herauskommen sehen in Gestalt eines reichen Seelenlebens. Dagegen in einer verdorrten und verarmten Seele und demgemäß auch — weil, wie wir später sehen werden, eine verdorrte Seele auch auf den Leib wirkt - in den leiblichen Gebresten des Alters tritt das auf, was wir in der frühesten Kindheit an dem Menschen Unrichtiges getan haben. Da sehen wir etwas, was sich in gewisser Weise regulär, so daß es für jeden Menschen gültig ist, im Menschenleben als Zusammenhang von Ursache und Wirkung darstellt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-05-16","location":null,"word_count":217,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/120/1910-05-16/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/120/1910-05-16/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/120/1910-05-16/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}