{"corpus":"steiner","locus":"GA 120/1910-05-16/p035","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist eine sporadisch auftauchende Erinnerung des Kepler an das, was er als Keim aufgenommen hat zu dem, was er in seinem persönlichen Dasein als Kepler vollbringen konnte. So könnten Hunderte von ähnlichen Beispielen angeführt werden. — Da sehen wir aber noch etwas anderes als bloß die Tatsache, daß bei Kepler etwas auftaucht, was die Wirkung ist von Erlebnissen eines früheren Erdenlebens. Wir sehen etwas auftauchen, was als die gesetzmäßige Wirkung erscheint für die ganze Menschheit von etwas, was wiederum bedeutsam war für die Menschheit in einer früheren Zeit. Wir sehen, wie der Mensch hingestellt wird an einen Ort, um für die ganze Menschheit etwas zu leisten. Wir sehen, daß nicht nur im individuellen Menschenleben, sondern daß in der ganzen Menschheit Zusammenhänge bestehen zwischen Ursachen und Wirkungen, die sich über weite Zeiträume hin erstrecken. Und wir können daraus entnehmen, daß sich das individuelle Karmagesetz kreuzen wird mit den Gesetzen, welche wir nennen können die karmischen Menschheitsgesetze. Manchmal ist dieses Kreuzen allerdings wenig durchsichtig. Denken Sie, was wäre aus unserer Astronomie geworden, wenn einstmals nicht das Fernrohr erfunden worden wäre, das in einer bestimmten Zeit erfunden worden ist. Verfolgen Sie unsere Astronomie zurück, und Sie werden sehen, daß unendlich vieles an der Erfindung des Fernrohres hängt. Nun ist es ja bekannt, daß das Fernrohr dadurch erfunden worden ist, daß in einer optischen Werkstatt einmal Kinder mit Linsen gespielt haben, wobei sie durch einen «Zufall», so könnte man sagen, optische Linsen so zusammengestellt haben, daß hernach jemand darauf gekommen ist: Dadurch könnte sich so etwas ergeben wie ein Fernrohr. — Denken Sie, wie tief Sie suchen müssen, um zu dem individuellen Karma der Kinder und dem Karma der Menschheit zu kommen, daß in einem bestimmten Zeitpunkt das Fernrohr erfunden worden ist! Versuchen Sie das zusammenzudenken, und Sie werden sehen, wie in merkwürdiger Art das Karma einzelner Individualitäten und das Karma der ganzen Menschheit sich kreuzen und ineinanderweben! Da werden Sie sich sagen: Man müßte sich die ganze Menschheitsentwickelung anders denken, wenn nicht zu einer bestimmten Zeit dies oder jenes eingetreten wäre.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-05-16","location":null,"word_count":339,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/120/1910-05-16/p035","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/120/1910-05-16/p035"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/120/1910-05-16/p035","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}