Vierter Vortrag
Es war also der Hinweis auf etwas gegeben, was jenseits der menschlichen Hilfe liegt; und dieser Hinweis kann niemals, wenn man wirklich den Dingen zu Leibe geht, sich auf etwas anderes beziehen als auf das Gesetz von Karma und auf die Wirksamkeit von Karma im Verlaufe des menschlichen Lebens. Wenn wir den Verlauf einer Krankheit im menschlichen Leben verfolgen — das Heraufkommen der Krankheit, die aus dem Organismus selbst hervorsprießenden Heilkräfte -, wenn wir die Heilentwickelung verfolgen, dann werden wir bei unbefangener Betrachtungsweise, besonders wenn wir darauf Rücksicht nehmen, wie in dem einen Falle Heilung eintritt, während in einem andern Falle keine Heilung möglich erscheint, dahin getrieben werden, nach tieferer Gesetzmäßigkeit zu suchen. Darf diese tiefere Gesetzmäßigkeit gesucht werden in den früheren Erdenleben des Menschen? Das ist für uns die Frage. Darf davon gesprochen werden, daß sich der Mensch gewisse Vorbedingungen mitbringt, die ihn geradezu vorausbestimmt machen, in einem besonderen Falle seine Heilkräfte aus dem Organismus aufrufen zu können, die aber in einem andern Falle so vorausbestimmt sind, daß er trotz aller Anstrengungen nicht imstande ist, die Krankheit zu heilen?
Cite:
GA 120/1910-05-19/p006 · edition original