Siebenter Vortrag

GA 120/1910-05-22/p006 ·1910-05-22 · original (original)
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Wenn nun nichts anderes bestünde im Leben als einzig und allein das, was Luzifer in uns bewirkt, daß wir diese oder jene egoistischen Triebe und Leidenschaften entfalten, dann würden wir eigentlich niemals von den luziferischen Versuchungen loskommen können im Leben. Wir würden sie auch nicht durch die aufeinanderfolgenden Inkarnationen losbekommen können, denn wir würden ihnen immer wieder von neuem verfallen. Wenn wir zum Beispiel einfach in der Erdentwickelung uns selber überlassen worden wären und der luziferische Einfluß doch dagewesen wäre, so würden wir in einer Inkarnation die Versuchungen der luziferischen Mächte haben, würden dann nach dem Tode wahrnehmen, wozu sie uns gebracht haben, würden herbeiführen einen Erkrankungsprozeß; aber wenn wirklich nichts anderes mit ins Spiel käme, würde uns dieser Krankheitsprozeß in dem Leben, wo er sich auslebt, zu keiner besonderen Besserung führen. Er führt uns nur dadurch zu einer Besserung, daß von denjenigen Mächten, deren Gegner Luzifer ist, nun etwas hinzugefügt wird zu dem ganzen Prozeß. Also wenn wir auf der einen Seite den luziferischen Mächten verfallen, stellen sich gleich als eine Gegenwirkung die Mächte ein, deren Gegner die luziferischen Mächte sind, und diese versuchen nun eine Gegenkraft zu entfalten, wodurch der luziferische Einfluß wirklich aus uns ausgetrieben werden kann. Und diese Mächte, deren Gegner also die luziferischen Mächte sind, fügen hinzu zu dem Prozeß, der unter dem Einfluß Luzifers verursacht wird, den Schmerz. So müssen wir den Schmerz als etwas ansehen, was — wenn wir die luziferischen Mächte die bösen Mächte nennen - uns von den guten Mächten zugefügt wird, damit wir gerade durch den Schmerz uns den Fangarmen der bösen Mächte entreißen können und ihnen nicht mehr verfallen. Würde bei dem Krankheitsprozeß, der sich ergibt als eine Folge des Verfallenseins an die luziferischen Mächte, nicht Schmerz eintreten, so würden wir an uns die Erfahrung machen: Es ist ja gar nicht so schlimm, den luziferischen Mächten zu verfallen! - Und wir würden nichts haben in uns, was uns dahin bringen würde, unsere Kräfte anzuwenden, um uns den luziferischen Mächten zu entreißen. Der Schmerz, der das Bewußtwerden des unrichtig wachenden astralischen Leibes ist, er ist zugleich auch das, was uns davon abbringen kann, den luziferischen Mächten auf diesem Gebiet, wo wir ihnen schon verfallen sind, immer weiter zu verfallen. So wird der Schmerz in bezug auf die Versuchungen der luziferischen Mächte unser Erzieher.

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Cite: GA 120/1910-05-22/p006 · edition original