Achter Vortrag

GA 120/1910-05-25/p029 ·1910-05-25 · original (original)
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Es kann der Mensch ganz besonders in einem früheren Leben durch Empfindungen, Gefühle und so weiter durchgegangen sein, die ihn zur Lieblosigkeit gegen seine Nächsten getrieben haben. Denken wir uns zum Beispiel, daß er durch etwas hindurchgegangen ist, wo er durch karmische Wirkung die Lieblosigkeit in sich aufgenommen hat. Es kann durchaus so sein, daß wir, wie auf absteigender Linie fortfahrend, das Böse erzeugen, daß wir also erst auf einer absteigenden Bahn gehen, damit die entgegengesetzte Spannkraft entwickelt wird, um dann wieder aufzusteigen. Nehmen wir also an, ein Mensch hat sich durch Hingabe an gewisse Einflüsse zu einer gewissen Lieblosigkeit hingeneigt; dann tritt die Lieblosigkeit in einem späteren Leben als karmische Wirkung ein und bildet innere Kräfte in seiner Organisation aus. Nun können wir ein Zweifaches tun, bewußt oder auch nicht bewußt; denn unsere Kultur ist noch nicht so weit, es bewußt zu tun. Wir werden bei einem solchen Menschen Vorsorge treffen können, daß jene Eigenschaften in seiner Organisation, welche von der Lieblosigkeit kommen, herausgetrieben werden. Wir können da etwas tun, was ein Gegenmittel ist gegen die Wirkung in der äußeren Organisation, die sich als Lieblosigkeit zeigt; aber es wird damit noch nicht immer alle Lieblosigkeit in der Seele aufgehoben sein, es wird nur das äußere Organ der Lieblosigkeit fortgeschafft sein. Denn wenn wir weiter nichts tun, haben wir nur halbe Arbeit geleistet, vielleicht auch gar keine. Wir haben vielleicht dem Menschen physisch, äußerlich geholfen; seelisch aber haben wir ihm nicht geholfen. Indem wir ihm in der äußeren Leiblichkeit das Organ für die Lieblosigkeit fortgenommen haben, kann er jetzt die Lieblosigkeit nicht ausleben; er muß sie in seiner inneren Organisation behalten für eine nächste Inkarnation.

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Cite: GA 120/1910-05-25/p029 · edition original