Sechster Vortrag
Wenn Sie dies berücksichtigen, dann werden Sie aber auch ein Gefühl bekommen von der unendlichen Weisheit, welche in dem ganzen Zusammenhang der Kräfte des Universums, der Kräfte des Kosmos ruht. Sie werden gewissermaßen auch dafür ein Gefühl erhalten, daß die Erkenntnisse immer weiter zu gehen haben, daß sie keine Grenze haben, da die Dinge so kompliziert sind, daß, wenn wir einen Gesichtspunkt erfaßt zu haben glauben, wir gleich genötigt sind, zu einem anderen überzugehen, der uns die Sache wieder von einer anderen Seite beleuchtet erscheinen läßt. Wir können nur nach und nach in unseren Erkenntnissen aufrücken, aber Sie werden dennoch aus den Andeutungen, die gestern gemacht worden sind, namentlich am Schlusse der Darstellung, sich etwas genauer bekannt gemacht haben mit dem, was man nennen kann: Zusammenwirken der abnormen und normalen Geister der Form, damit innerhalb unseres Erdenlebens nicht bloß ein einheitliches, sich über die ganze Erde ausbreitendes, gleichartiges Menschentum entsteht, sondern damit ein solches Menschentum entsteht, das sich in der Mannigfaltigkeit der einzelnen Rassen ausleben kann. Zu jenem einheitlichen Menschentum, das der Mensch nur im Verlaufe der Erdenevolution wieder erreichen kann, wäre notwendig gewesen die reine Wirksamkeit der normalen Geister der Form. Es sind das dieselben geistigen Wesenheiten, welche in der Genesis mit dem Namen der Elohim benannt werden, und es sind eigentlich im gesamten Universum, das die Erde umgibt und mit ihr zusammen ein Ganzes ausmacht, sieben solcher Geister der Form in normaler Entwickelung zu erkennen. Es gibt also sieben Geister der Form oder sieben Elohim. Wenn wir uns diese sieben Elohim mit ihren verschiedenen Missionen und dem Beruf, in der gesamten Erdenmission das Gleichgewicht oder die Liebe herzustellen, vorstellen wollen, dann müssen wir uns klar sein darüber, daß diese sieben Geister der Form in dem gesamten Weltall so zusammenwirken, daß wirklich das zustande kommen würde, was wir in einem der Vorträge als «den Menschen im zweiten Drittel seines Lebens» charakterisiert haben. Da würde der eigentliche Ich-Mensch sich ausprägen, wenn alle diese sieben Geister der Form in der entsprechenden Weise, wie sie es für sich allein durch ihre eigene Gemeinschaft sich vorgenommen haben, wirken könnten. Weil aber andere geistige Wesenheiten mitwirken und dieses einheitliche Menschentum vermannigfaltigen, so war im Kosmos eine ganz besondere Einrichtung notwendig. Wenn Sie heute die Lokalität im Kosmos suchen wollen, von der aus die normalen Geister der Form wirksam sind — also diejenigen Wesenheiten, die, wie ich das gestern charakterisierte, uns zuletzt im Lichte entgegenstrahlen innerhalb unseres gegenwärtigen Kosmos —, so müssen Siedieselben in der Sonnesuchen. Sie müssen jedesmal inder Richtung der Sonne jene kosmische Loge, jene Gemeinschaft im Weltall suchen, wo diese Geister der Form ihre Beratungen pflegen zur Herstellung des irdischen Gleichgewichts, zur Erfüllung der irdischen Mission. Nur eines war notwendig, damit die abnormen Geister der Form durch ihre Wirksamkeit nicht gar zu große Unordnung in bezug auf den Menschen hervorriefen, es war notwendig, daß sich einer der Geister der Form ablöste aus der Gemeinschaft, so daß Sie eigentlich nur sechs dieser Geister der Form oder Elohim in der Sonnenrichtung zu suchen haben. Einer dieser Geister mußte sich, damit durch die gleichzeitige Wirksamkeit der abnormen Geister der Form — die eigentlich Geister der Bewegung sind — nicht völlige Unordnung in das Gleichgewicht hineingebracht wurde, absondern. Das war derjenige, welcher in der Bibel, in der Genesis, Jahve oder Jehova genannt wird. Wenn Sie dessen Wirksamkeit im Weltall suchen wollen, so dürfen Sie nicht suchen in der Richtung, wo die Sonne steht, sondern in der Richtung, wo sich jeweilig der Mond befindet. Das ist auch in meiner «Geheimwissenschaft» angedeutet, nur von einer anderen Seite her betrachtet, indem gezeigt wird, daß die Geister der Form mit der Sonnentrennung weggehen, daß aber mit der besonderen Einrichtung, die mit der Mondtrennung zustande kommt, erst die Vorbedingung für die fernere Entwickelung des Menschen geschaffen wird. Denn, wenn der Mond mit der Erde vereinigt geblieben wäre, so hätte die Evolution des Menschen nicht stattfinden können. Diese fernere Evolution des Menschen ist nur dadurch möglich gewesen, daß einer der Elohim, Jahve, mit dem Monde heraustrat — während die anderen sechs Geister in der Sonne verblieben —, nur dadurch, daß Jahve im Entgegenwirken zusammenwirkte mit seinen sechs anderen Genossen.
Cite:
GA 121/1910-06-12_02/p005 · edition original