Zehnter Vortrag

GA 121/1910-06-16/p003 ·1910-06-16 · original (original)
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Bevor wir dasjenige entwickeln, was sich in Anknüpfung an das bedeutsame Bild der Götterdämmerung ergeben wird, wird es gut sein, wenn wir uns dafür eine Grundlage schaffen. Denn es wird sich darum handeln, das Wesen der germanisch-nordischen Volksseele aus den gewonnenen Resultaten heraus genauer zu schildern. Wir müssen sehen, wie in Europa das gesamte europäische Geistesleben zusammenwirkt, wie durch die Tätigkeit der verschiedenen Volksgeister ein Fortschritt der Menschheit bewirkt wird — aus uralten Zeiten heraus, durch unsere Gegenwart hindurch, in die Zukunft hinein. Jedes einzelne Volk, ja sogar alle einzelnen, kleineren Volkssplitter haben in diesem großen Gesamtgemälde ihre besondere Aufgabe, und aus dem, was gesagt worden ist, können Sie erkennen, daß, in gewisser Beziehung, gerade der vor- und nachchristlichen Kultur Europas die Aufgabe, die Mission zugefallen ist, das Ich durch die verschiedenen Stufen der menschlichen Wesenheit hindurch zu erziehen, es herauszubilden und nach und nach zu entwickeln. Es wurde ja in gewisser Beziehung dieses Ich in uralter Zeit noch aus der geistigen Welt heraus, wie wir dies am germanisch-nordischen Volke gezeigt haben, hellseherisch dem Menschen gezeigt. Es wurde gesagt, wie dieses Ich den Menschen verliehen wird von einem der Engelwesen, das sogar zwischen dem Menschen und der Volksseele mitten darinnen steht: von dem Donar oder Thor. Wir haben gesehen, daß sich der einzelne noch vorkam wie Ich-los, wie unpersönlich. Er sah das Ich wie eine Gabe an, die ihm aus der geistigen Welt geschenkt wurde.

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Cite: GA 121/1910-06-16/p003 · edition original