{"corpus":"steiner","locus":"GA 121/1910-06-16/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es waren also viele Nuancen notwendig, denn durch viele Stufen des Ich waren die einzelnen Völker zu führen. Wir würden wahre Geschichtsbilder finden, wenn wir Zeit genug hätten, diese Dinge weiter zu verfolgen, die uns zeigen, wie die Grundkräfte sich verzweigen und sich in der verschiedensten Weise auswirken. So wirkte die Seelenkonstitution bei den westlichen Völkern, die für sich selbst nicht die unmittelbare, elementare Erinnerung hatten an die hellseherisch erlebten Dinge der geistigen Welt von früher. Ganz anders mußte in der späteren Zeit im germanisch-nordischen Gebiet sich ausbilden dasjenige, was unmittelbar aus einer nach und nach erfolgten Entwickelung des schon in die Empfindungsseele hineingegossenen, ursprünglichen Hellsehens hervorging. Daher jener Zug der Innerlichkeit, der ja nur die Nachwirkung innerlicher, in der Vorzeit erfolgter hellseherischer Erfahrung ist. Die südlich-germanischen Völker hatten zunächst ihre Aufgabe auf dem Gebiet der Bewußtseinsseele. Die griechisch-lateinische Zeit hatte auszubilden die Verstandes- oder Gemütsseele. Sie hatte aber nicht bloß den Impuls zu geben mit der Verstandes- oder Gemütsseele, sie hatte hineinzuwirken mit einer wunderbaren, mit hellseherischer Erfahrung ausgestatteten vorzeitlichen Entwickelung. Das alles ergoß sich in die Bewußtseinsseelen der mitteleuropäisch-nordisch-germanischen Völker. Das wirkte bei diesen als Seelenanlage nach, und die südlicheren Teile der germanischen Menschheit hatten zunächst auszubilden das, was dazu gehört, um die Bewußtseinsseele innerlich vorzubereiten, innerlich mit dem auf den physischen Plan umgesetzten Bewußtseinsinhalt des alten Hellsehens zu erfüllen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-06-16","location":null,"word_count":222,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/121/1910-06-16/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/121/1910-06-16/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/121/1910-06-16/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1910-06-16_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}