Siebenter Vortrag
Es wird meine Aufgabe sein, in diesen Vorträgen von den verschiedensten Seiten her eine Übersicht zu geben über alles das, was zum Verständnis der Genesis führen kann. Ich bitte Sie allerdings, bei allen solchen Auseinandersetzungen niemals den eigentlichen anthroposophischen Gesichtspunkt aus den Augen zu verlieren. Dieser anthroposophische Gesichtspunkt ist ja zunächst der, auf die Tatsachen des geistigen Lebens selber zu gehen. In erster Linie also interessiert uns bei allem, was wir besprechen, die Frage: Wie verhalten sich die Dinge im geistigen Leben, in der geistigen Entwickelung? — Also auch für das, was sich für uns mit den Berichten der Genesis deckt, ist die Hauptsache, was dem sichtbaren Entwickelungsgang unseres Erdenwerdens an übersinnlichen Ereignissen und Tatsachen vorangegangen ist. Und dann erst ist es für uns von besonderer Wichtigkeit, das, was wir zunächst unabhängig von allen Urkunden aus der geistigen Forschung selbst heraus festgestellt haben, wiederzufinden in den Urkunden der verschiedenen Zeiten, der verschiedenen Völker. Dadurch gewinnen wir die Möglichkeit, uns in das richtige Gefühlsverhältnis, in das richtige Achtungsverhältnis zu dem zu setzen, was aus fernen Zeiten und Völkern her in unser Gemüt hineintönt. Wir gewinnen dadurch die Möglichkeit, gleichsam uns zu verständigen mit denjenigen Zeiten, die wir ja in anderen Verkörperungen selber durchlebt haben, die Möglichkeit, wieder anzuknüpfen an das, was uns berührt haben muß in vergangenen Zeiträumen. So haben wir den Gesichtspunkt, der dieser Vortragsreihe zugrunde liegt, aufzufassen.
Cite:
GA 122/1910-08-22/p003 · edition original