Siebenter Vortrag

GA 122/1910-08-22/p004 ·1910-08-22 · original (original)
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Wir haben in den letzten Tagen versucht, uns eine Vorstellung darüber zu bilden, wie wir jene geistigen Wesenheiten, die wir aus dem Gebiete der Geisteswissenschaft her kennen, in der Genesis wiederfinden. Zum Teil ist uns das schon gelungen. Wir haben dabei den Gesichtspunkt immer im Auge gehabt, daß es sich bei dem, was zunächst uns äußerlich entgegentritt, ja selbst, was uns auf den niederen Stufen des hellseherischen Bewußtseins entgegentritt — und mit Tatsachen des hellseherischen Bewußtseins haben wir es ja im Grunde genommen immer zu tun in der Genesis —, daß es sich bei dem um Maja, um Illusion handelt; daß unsere gewöhnliche Auffassung der Sinneswelt, so wie diese Sinneswelt für unser Erkenntnisvermögen zunächst vorhanden ist, daß diese Sinneswelt Maja oder Illusion ist. Das ist ein Satz, der einem jeden geläufig ist, der sich einigermaßen mit dem Gebiete der Geisteswissenschaft beschäftigt hat. Auch daß gewissermaßen die niederen Gebiete des Hellsehertums, daß alles das, was wir ätherische und astralische Welt nennen, in einem höheren Sinn in dieses Gebiet der Täuschung hineingehört, auch das ist etwas, was keinem verborgen bleiben kann, der sich längere Zeit mit geisteswissenschaftlichen Anschauungen beschäftigt. Wir stoßen sozusagen auf den wahren Grund des Daseins, soweit er für uns erreichbar ist, erst dann, wenn wir über diese genannten Gebiete hinaus zu den tieferen Quellen des Daseins dringen. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen halten. Und wir dürfen nicht dabei stehenbleiben, uns das bloß theoretisch zu sagen, sondern es muß sozusagen das Gefühl in Fleisch und Blut übergehen, daß wir uns Illusionen hingeben, wenn wir an dem äußeren Dasein hängenbleiben. Zu übersehen etwa das äußere Dasein, es gering zu schätzen, das wäre natürlich auch wiederum eine der großen Illusionen, denen die Menschen sich hingeben können.

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Cite: GA 122/1910-08-22/p004 · edition original