Siebenter Vortrag

GA 122/1910-08-22/p008 ·1910-08-22 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wenn wir da hören, daß es eine Art von sinnender Tätigkeit der Elohim ist, was in der Genesis mit bara bezeichnet wird, so müssen wir sagen: Ja, die Elohim schufen wieder durch ihr Sinnen wie aus der Erinnerung heraus etwas, was ich als Komplexe des Daseins bezeichnet habe. — Aber geradeso ging es auch in einer gewissen Beziehung diesen Elohim, wie es uns geht, wenn wir aus der Erinnerung heraus irgend etwas schaffen; allerdings entfalten wir solche Tätigkeit nur auf einem viel niedrigeren Gebiete. Ich möchte in einem Vergleich sprechen. Denken Sie sich, ein Mensch schläft abends ein. Seine Gefühls- und Vorstellungswelt sinkt hinunter in die Vergessenheit für sein subjektives Bewußtsein, er geht in den Schlafzustand über. Nehmen wir an, der letzte Gedanke, den er des Abends gehabt hat, sei, um ein Beispiel zu haben, der einer Rose gewesen, einer Rose, die in seiner Nähe stand, als er einschlief. Dieser Gedanke sinkt hinunter in die Vergessenheit. Am Morgen taucht der Gedanke der Rose wieder auf. Es würde nun bloß dieser Gedanke dastehen, wenn nicht die Rose geblieben wäre. Unterscheiden Sie jetzt zwischen diesen zwei Tatsachen. Die eine ist das Heraufrufen Ihrer Vorstellung von der Rose in die Erinnerung, die unter Umständen auch auftauchen könnte, wenn die Rose weggenommen worden wäre, also der Gedanke, die Erinnerung an die Rose. Wenn aber die Rose stehengeblieben ist, dann taucht für Ihr Wahrnehmen auch die substantielle Rose auf. Das ist die andere Tatsache. Ich bitte Sie, nun auch bei alledem, was wir als kosmisches Sinnen der Elohim bezeichnet haben, ähnlich zwei Tatsachen zu unterscheiden. Wenn uns also erzählt wird, daß im dritten Momente des Erdenwerdens ein kosmisches Sinnen stattfindet, daß die Elohim abtrennen das Flüssige vom Festen, daß sie das Feste heraussondern und es als Erde bezeichnen, so müssen wir da auch das kosmische Sinnen der Elohim ins Auge fassen, denen produktiv dieser Gedanke entkeimt; aber in dem, was vor ihrem Sinnen auftritt, müssen wir uns wirksam denken die Geister des Willens, die nun das Objektive in ihrer eigenen substantiellen Wesenheit wieder hervorbringen. So wirken und wirkten von Anfang an in allem Erdenhaften, das wir um uns herum haben, die Geister des Willens.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/122/1910-08-22/p008.json
Cite: GA 122/1910-08-22/p008 · edition original