{"corpus":"steiner","locus":"GA 123/1910-09-05/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun hat ein Bodhisattva sich vorzugsweise der Lehre zu widmen, solange er eben Bodhisattva ist; denn wir haben gesehen, daß der Bodhisattva, wenn er zur Buddhawürde erhoben wird, nicht wieder heruntersteigt, um in einem physischen Leibe inkarniert zu werden. Wiederum kann es im Einklange mit aller orientalischen Philosophie gesagt werden, daß der Gautama Buddha, der damals als Sohn des Königs Suddhodana seine letzte Inkarnation in einem physischen Leibe durchmachte, seit jener Zeit nur noch Verkörperungen erlebt, die hinuntergehen bis zum Ätherleib. Und wir haben bei den Vorträgen über das Lukas-Evangelium hervorgehoben, welches die nächste Aufgabe dieses zum Buddha gewordenen Bodhisattva war. Wir haben gesehen: Als der Jesus des Lukas-Evangeliums geboren worden ist, der sogenannte nathanische Jesus, der ein anderer ist als der Jesus des Matthäus-Evangeliums, da drang die Wesenheit des Buddha, die damals verkörpert war bis zum Ätherleibe, gleichsam ein in den astralischen Leib dieses nathanischen Jesus, den uns zunächst das Lukas-Evangelium schildert. Daher kann man sagen: Seit seiner Inkarnation als Gautama Buddha war dieses Wesen nicht mehr zum Lehren da, sondern es war fortan dieser Buddha da zur lebendigen Wirksamkeit. Zu einer realen Kraft war er geworden, die von der geistigen Welt hereinwirkt in unsere physische Welt. Es ist etwas durchaus anderes, zu wirken durch Lehre und zu wirken durch lebendige Kraft, durch Wachstumskraft. Bis zu dem Moment, wo ein Bodhisattva Buddha wird, ist er Lehrer; von diesem Moment ab ist er eine lebendige Kraft, die organisierend, lebengebend eingreift in irgendeiner Beziehung. So griff der Buddha ein in die Organisation des nathanischen Jesus, wie es Lukas schildert, und so verhielt er sich gemäß seiner neuen Würde.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-09-05","location":null,"word_count":267,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-05/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-05/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/123/1910-09-05/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1910-09-05_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}