Fünfter Vortrag
Alles, was mit der menschlichen Evolution, mit der menschlichen Entwickelung zusammenhängt, tritt uns sozusagen von zwei Seiten entgegen - einfach dadurch, daß der Mensch ein zweigespaltenes Wesen ist. Wenn uns der Mensch während seines Tagesbewußtseins entgegentritt, sind die vier Glieder seines Wesens miteinander verbunden, und wir können nicht gleich unterscheiden, wie er ein zweigespaltenes Wesen ist. Aber in der Nacht, wo wir ja auch die ganze menschliche Wesenheit vor uns haben, haben wir deutlich diese menschliche Wesenheit in zwei Teile gespalten: in das, was in der physischen Welt zurückbleibt als physischer Leib und Ätherleib, und in das, was herausdringt aus physischem Leib und Ätherleib als astralischer Leib und Ich. Aus diesen zwei Teilen ist der Mensch gleichsam zusammengefügt. Solange wir reden von dem, wodurch der Mensch in die physische Welt hineingehört, können wir eigentlich nur sprechen von physischem Leib und Ätherleib. Alles, was menschliche Verrichtungen, was Angelegenheiten in der physischen Welt sind, geht nur den physischen und den Ätherleib an, obwohl während des Tagwachens die übrigen Glieder daran beteiligt sind. Während des Tagwachens wirkt der Mensch vom Ich und astralischen Leib aus in die beiden anderen Glieder hinein; während des Schlafes überläßt er sie sich selbst. In Wahrheit aber beginnen im Augenblick, wo der Mensch einschläft, aus dem Weltenraum, aus dem Kosmos heraus die Kräfte und Wesenheiten zu wirken und das zu durchdringen, was der Mensch verlassen hat, so daß wir es in der Tat zu tun haben mit einem fortgehenden Einfluß vom Kosmos auf den physischen Leib und Ätherleib des Menschen. Aber was von uns im Bette liegen bleibt, und was die Außenseite unseres Wesens ist, nämlich physischer Leib und Ätherleib, das ist eigentlich beschlossen innerhalb zweiundvierzig Generationen; da vererbt es sich. Wenn wir also bei der ersten Generation beginnen und alles nehmen, was da dem physischen Wesen angehört, und durch zweiundvierzig Generationen weitergehen, so finden wir nach zweiundvierzig Generationen nichts mehr von dem, was die wesentlichsten Anlagen waren beim ersten Gliede. Also in sechs mal sieben Generationen liegt das beschlossen, was eigentlich weset und kraftet in einem uns vorliegenden physischen Leibe und Ätherleibe eines Menschen. Alles, was wir in diesen zwei Leibern an vererbten Merkmalen finden können, müssen wir suchen bei den Vorfahren, aber nur im Verlaufe von zweiundvierzig Generationen. Kommen wir weiter hinauf, so finden wir nichts mehr davon; alles, was einer früheren Generation angehört, ist verschwunden. Wenn wir also die äußere Seite einer menschlichen Wesenheit betrachten, finden wir die sie durchsetzende Kraft gebunden an zweiundvierzig Generationen.
Cite:
GA 123/1910-09-05/p019 · edition original