{"corpus":"steiner","locus":"GA 123/1910-09-05/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In ähnlicher Weise muß der Mensch sich hinaufleben, wenn er in den Kosmos hinaufsteigen will, wenn er kennenlernen will, was dem ganzen Kosmos als Geheimnisse zugrunde liegt. Das ist mächtiger. Wenn der Mensch hinuntersteigt in das eigene Innere, ist er nur der Gefahr ausgesetzt, daß er ergriffen wird von all den Kräften des eigenen Inneren, von den Begierden, Leidenschaften und allem, was auf dem Grund der Seele ist, worauf ja der Mensch gewöhnlich nicht achtet, wovon er gar nichts ahnt, denn für gewöhnlich wird er durch die äußere Erziehung abgehalten, diese Kräfte kennenzulernen. Er hat gar nicht die Möglichkeit, sich von ihnen ergreifen zu lassen, denn es wird ja der Blick gleich abgelenkt durch das Auftauchen der Außenwelt beim Aufwachen. Während also beim Hinuntersteigen in das eigene Innere die Gefahr vorhanden ist, daß man sozusagen ergriffen wird von den niedersten Trieben und egoistischsten Kräften seiner eigenen Natur, so ist eine andere Gefahr dann vorhanden, wenn man erlebt das Sich-Ausbreiten über den ganzen Kosmos. Und diese Gefahr kann man nicht genauer charakterisieren, als daß man sagt: Wer diesen Moment erlebt, wo er nicht in die Unbewußtheit hineinschläft, sondern so bewußt einschläft, daß er in seinem astralischen Leib und seinem Ich ein Instrument hat, um die geistige Welt wahrzunehmen, für den ist die Gefahr, welche ihn da überkommt, etwas wie eine gewaltige Blendung, wie wenn der Mensch den Sonnenstrahlen gegenüberträte. Geblendet ist er von der gewaltigen Größe und vor allem von dem ungeheuer Verwirtenden der Eindrücke.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1910-09-05","location":null,"word_count":244,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-05/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/123/1910-09-05/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/123/1910-09-05/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1910-09-05_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}