Sechster Vortrag

GA 123/1910-09-06_02/p003 ·1910-09-06 · original (original)
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Jedem, der das Lukas-Evangelium in die Hand nimmt und jenes Kapitel betrachtet, in dem die Abstammung des dort behandelten Jesus zurückgeführt wird auf frühere Generationen, wird es ohne weiteres einleuchten können, daß die Absicht des Schreibers des Lukas-Evangeliums übereinstimmt mit dem, was gestern hier gesagt worden ist. Es handelte sich gestern darum, daß sozusagen in demselben Sinne, wie eine göttliche Kraftwesenheit durchdringen sollte den physischen Leib und Ätherleib des salomonischen Jesus, ebenfalls eine göttliche Kraftwesenheit durchdringen sollte den astralischen Leib und das Ich bei jener Persönlichkeit, die wir als den nathanischen Jesus, den Jesus des Lukas-Evangeliums kennen. Und deutlich wird es ja im Lukas-Evangelium gesagt: diese göttliche Kraftwesenheit soll das, was sie ist, dadurch sein, daß durch alle Generationen herunter die Erbfolge in einer geraden Linie von jener Stufe der Menschlichkeit strömt, da der Mensch noch nicht innerhalb des Erdendaseins zum ersten Male in eine irdische, physisch-sinnliche Inkarnation eingetreten ist. Wir sehen ja, wie das Lukas-Evangelium durch, sagen wir, Generationen die Abstammung seines Jesus zurückführt bis auf Adam, bis auf Gott. Das aber will nichts anderes heißen, als daß wir, wenn wir jenes Prinzip im astralischen Leibe und im Ich des nathanischen Jesus finden wollen, hinaufzugehen haben bis zu einem solchen Zustande des Menschen, da dieser Mensch noch nicht aufgenommen war von einer physisch-sinnlichen Erdeninkarnation, da er noch nicht herabgestiegen war aus dem göttlich-geistigen Dasein, sondern noch im Schoße jener geistigen Sphären war, innerhalb welcher wir den Menschen als ein gottangehöriges, als ein göttliches Wesen bezeichnen können. Wir müssen ja im Sinne der ganzen anthroposophischen Auseinandersetzungen auf diesen Zeitpunkt der alten lemurischen Zeit hinweisen und ihn festsetzen als denjenigen, wo der Mensch noch nicht inkarniert war in den Elementen des Erdendaseins, sondern wo er noch in einer göttlich-geistigen Sphäre war. Bis hinauf in jene Zeiten, da der Mensch noch göttlicher Natur war und auch noch nicht das auf den Menschen gewirkt hatte, was wir den luziferischen Einfluß nennen, verfolgt tatsächlich das Lukas-Evangelium seinen Jesus.

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