Sechster Vortrag
In der Tat wollten diejenigen Mysterien, die ihre Schüler bis zu jener Einweihung führten, die wir gestern charakterisiert haben als die Erkenntnis der großen Geheimnisse des kosmischen Raumes, den Menschen hinausführen über alles Irdische, oder besser gesagt, über das, was der Mensch durch das Irdische geworden ist. Sie wollten lehren, wie man die Welt anschauen kann, wenn man sie nicht durch die Werkzeuge anschaut, die der Mensch seit der Zeit erhalten hat, da der luziferische Einfluß wirken konnte. Wie nimmt sich das Weltall aus für das hellseherische Anschauen, wenn der Mensch sich frei macht von der Wahrnehmung durch physischen Leib und Ätherleib, sich frei macht von allem, was aus dem Irdischen an ihn herankommen kann, das war zunächst die große Frage für die Mysterienschüler. In einem solchen Zustande war der Mensch auf natürliche Weise vor dem Eintreten in eine irdische Inkarnation und bevor er zu dem «irdischen Adam» geworden ist, um im Sinne der Bibel und des Lukas-Evangeliums besonders zu sprechen. Also nur ein Zweifaches gibt es, wodurch der Mensch das sein kann, was ihn zu einem göttlich-geistigen Menschen macht: Das eine ist die hohe Initiation der großen Mysterien; das andere ist nicht zu verwirklichen in einer beliebigen Erdenzeit, sondern war vorhanden auf einer elementaren Stufe des Menschenseins, vor dem Herabsteigen des göttlichen Menschen in der lemurischen Zeit zu dem, was die Bibel den «irdischen Menschen» nennt; denn «Adam» heißt «Erdenmensch», der nicht mehr göttlich-geistiger Art ist, sondern sich bekleidet hat mit den irdischen Elementen.
Cite:
GA 123/1910-09-06_02/p004 · edition original