Sechster Vortrag
Nun haben wir schon erwähnt, welchen eigentümlichen Gang jene Menschenindividualität zunächst genommen hat, die sich in jenem Blute inkarniert hat, von dessen Zusammensetzung das Matthäus-Evangelium spricht. Wir wissen, daß dieser ursprüngliche große Lehrer, der unter dem Namen Zarathustra oder Zoroaster bekannt ist, im Morgenlande das lehrte, was wir hinlänglich betrachtet haben, was ihn geradezu geeignet gemacht hat für diese Inkarnation. Wir wissen, daß er eingeleitet hat die ägyptische Hermes-Kultur, indem er zu diesem Zwecke hingeopfert hat seinen astralischen Leib, der dann dem Hermes eingeprägt wurde. Wir wissen ferner, daß er hingeopfert hat seinen damaligen Ätherleib, der aufbewahrt wurde für Moses, und daß Moses für seine Kulturschöpfung in sich hatte den Ätherleib des Zarathustra. Zarathustra selber hat sich später weiter inkarnieren können in anderen astralischen und Ätherleibern. Besonders interessiert uns dann die Inkarnation des Zarathustra im 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Zarathas oder Nazarathos im alten Chaldäa, wo er als Schüler hatte die chaldäischen Weisen und Magier, und wo insbesondere die weisesten der hebräischen Geheimschüler zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft mit ihm in Berührung kamen. Und die ganzen folgenden sechs Jahrhunderte waren für die chaldäischen Geheimschulen erfüllt von den Traditionen, Zeremonien und Kulten, die herrührten von Zarathustra in der Persönlichkeit des Zarathas oder Nazarathos. Und alle die Generationen von chaldäischen, babylonischen, assyrischen und so weiter Geheimschülern, die in jenen Gegenden Asiens lebten, verehrten aufs höchste den Namen dieses ihres großen Meisters, des Zarathustra, unter der Veränderung als Zarathas oder Nazarathos. Und sie warteten sehnsüchtig auf die nächste Inkarnation ihres großen Lehrers und Führers, denn sie wußten, daß er wiedererscheinen werde nach sechshundert Jahren. Das Geheimnis von diesem Wiedererscheinen war ihnen bekannt; das lebte sozusagen wie etwas, was ihnen von der Zukunft hereinschien.
Cite:
GA 123/1910-09-06_02/p013 · edition original